Solingen Ein weiterer Schritt hin zum O-Quartier

Solingen · Investorengruppe zog fristgerecht Kaufangebot, Plan 8 will auf altem Olbo-Gelände in Ohligs 70 Wohnungen bauen.

Entwürfe zum neuen Ohligser "O-Quartier"
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Entwürfe zum neuen Ohligser "O-Quartier"

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Der Abbruch des alten Olbo-Baus in Ohligs an der Stelle, an der das Einkaufszentrum O-Quartier vorgesehen ist, sollte eigentlich bereits Anfang 2013 erfolgen, die Eröffnung war ursprünglich für den Herbst 2014. Doch diese Zeitschiene ist längst Vergangenheit, warten auf das O-Quartier war in den vergangenen Monaten angesagt. Nun kommt offenbar Bewegung in das Projekt. Denn bis zum Jahresende 2013 hatte der Investor des O-Quartiers die Gelegenheit, ein nachgewiesenes notarvertragliches Kaufangebot für eine Immobilie an der Aachener Straße vorzulegen, sonst hätte die Stadt das Recht, den Bebauungsplan entschädigungslos aufzuheben. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte gestern Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, "dass das Kaufangebot angenommen worden ist". Darüber sei die Verwaltung informiert worden. "Das ist ein wichtiger Schritt, dass das Projekt endlich weiter forciert wird", ergänzte der Stadtdirektor.

Rund 70 Wohnungen sollen entstehen

Diese Nachricht freut auch Gerd Fischer, Chef von Plan 8. Er will mit seinem Unternehmen auf dem alten Olbo-Gelände rund 70 Wohnungen realisieren — sofern das O-Quartier gebaut wird. "Wir haben der Investorengruppe Graf von Thun und Hohenstein Veit einen Kaufvertragsentwurf vorgelegt, der nun geprüft wird", sagte Fischer. Er hofft, "dass wir Ende Januar einen Schritt weiter sind".

Auf der Homepage von Plan 8 ist längst ersichtlich: "Wir bebauen das Olbo-Gelände mitten im Herzen von Ohligs direkt am Ohligser Markt". Läuft alles beim Projekt nach Plan, geht Gerd Fischer davon aus, dass im Frühjahr oder Sommer 2015 der Wohnungsbau beginnen könnte. Mit der Vermarktung wolle er aber schon in diesem Jahr starten. "Wir haben zudem bereits Interessenten, die die Wohnungen in Ohligs auch ohne O-Quartier haben wollen", sagte Fischer. Er hält die Wohnbebauung aber weiter im Verbund mit dem Einkaufszentrum für wichtig: "Ein großes Lebensmittelgeschäft ist dort nicht mehr vorhanden, nachdem Globus beziehungsweise danach der Kaufpark geschlossen worden sind."

Westkämper sieht positives Signal

Mit Blick auf die Grundstücksentscheidung der Bayreuther Unternehmensgruppe sieht Bezirksbürgermeister Marc Westkämper immerhin ein Signal. "Das stimmt mich positiv, dass sie das Projekt nun durchziehen wollen", sagte Westkämper. Für den CDU-Politiker ist es nach der Hofgarten-Eröffnung in der Stadtmitte dringend erforderlich, dass nun in Ohligs etwas geschieht: "Die Entwicklung zeigt mit aller Deutlichkeit, wie wichtig jetzt eine Belebung für Ohligs ist", erklärte der Bezirksbürgermeister und ergänzte: "Nachdem der Lebensmittelmarkt geschlossen hat, spüren wir in Ohligs Leerstand — das kannten wir hier in den vergangenen zehn Jahren nicht."

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Tim Kurzbach sieht dringenden Handlungsbedarf in Ohligs: "Die Fortentwicklung des O-Quartiers muss nun forciert werden", forderte Kurzbach. Dazu gehöre aber gleichzeitig die Attraktivierung von Ohligs-Ost jenseits des Bahnhofs. Ohligs und Aufderhöhe hätten die engste Anbindung an die wirtschaftlich rasch wachsende Rheinschiene. Diese beiden Stadtteile müssen deshalb "zur Visitenkarte Solingens" werden.

Tim Kurzbach sieht die Lösung in einem gemeinsamen Generalplan für diese Stadtteile: "Also das, was City 2013 für Solingen-Mitte war und ist."

(RP)
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