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Solingen: Ein Stadion für Jedermann

Solingen : Ein Stadion für Jedermann

Die denkmalgeschützte Jahnkampfbahn in Wald wurde von einem rührigen Förderkreis vor dem Verfall gerettet. Heute steht sie allen Bürgern zur Verfügung, hat aber auch schon viel Prominenz gesehen, von Helmut Rahn und Günther Netzer bis zu DJ Ötzi.

Ginge es nach der Jahnkampfbahn-Gesetzmäßigkeit, so wird NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft einmal Bundespräsidentin. Eimal ist das schon passiert, im Fall von Johannes Rau, der das denkmalgeschützte Walder Stadion in seiner Eigenschaft als Ministerpräsidenten besucht hatte und später zum Bundespräsidenten ernannt wurde, erzählt Guido Rohn. Der erste Vorsitzende des Förderkreises Jahnkampfbahn kann sie alle aufzählen, die Promis, die nach Wald kamen, vor allem jene, die zu sportlichem Ruhm kamen. Helmut Rahn zum Beispiel, der spielte in dem Stadion Fußball, zwei Jahre, bevor er mit der Nationalmannschaft 1954 in Bern den Weltmeistertitel holte. Günther Netzer war auch da, spielte dort Fußball noch mit kurzem Haar und ist heute auf dem Kühlschrank im liebevoll ausgestatteten Clubraum verewigt.

Dort begrüßt der Förderverein seine Gäste und lässt andere feiern. "Jeder, der im weitesten Sinne etwas mit Sport zu tun hat, kann den Raum mieten", sagt Guido Rohn, auf dessen Initiative der Förderkreis 1995 gegründet wurde, zu einer Zeit, als das 1928 erbaute Stadion mehr und mehr dem Verfall preisgegeben war. Rohns Idee begeisterte über die Stadtteilgrenzen von Wald hinaus alle Solinger, schon ein Jahr später konnte mit der Sanierung begonnen werden, finanziert von der Stadt, vom Land und natürlich vom Förderkreis, der unter anderem nach dem Motto "100 Freunde gesucht" 100 durchnummerierte Steine zum Preis von je 100 Euro ausgibt, auf denen sich die Sponsoren namentlich verewigen lassen können. 85 Mitglieder hat der Kreis heute.

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Calmund auf dem Klappstuhl

Weiterer Baustein des Sponsorings sind die Großveranstaltungen, bei denen mit Unterstützung der Stadt-Sparkasse bereits die Höhner und DJ Ötzi dort gastierten, wo früher Emil Zatopek und Herbert Schade ihre Runden drehten oder Reiner Calmund auf einem hölzernen Klappstuhl Platz nahm, der seine 180 Kilogramm Gewicht locker aushielt. Heute hängt der Stuhl im Clubraum, der aus den ehemaligen Umkleideräumen entstanden ist. Dort hat der Förderkreis ein kleines Stadionmuseum eingerichtet mit vielen interessanten Exponaten, vom Mikrofon, mit dem WDR-Fernsehchef Jörg Schönenborn seine journalistische Karriere als Stadionkommentator in Wald begann, bis zu einem handsignierten Trikot von der Mannschaft der legendären Handballer von Solingen 98, den Ohios, die manches Mal im Stadion spielten. Auch ein Bauchladen für Dr. Hillers Pfefferminz ist dabei.

Laufen unter Flutlicht

Heute steht das Walder Stadion in erster Linie dem Jedermannsport zur Verfügung. Jeder kann zum Beispiel ganzjährig seine Runde drehen, von morgens 7 bis abends 22 Uhr im Sommer und im Winter bis zum Einbruch der Dunkelheit. Ab 1. Oktober kann man im Walder Stadion wieder unter Flutlicht laufen. Bis zum 28. März ist die Aschenbahn der Jahnkampfbahn wie in den Vorjahren montags, mittwochs und donnerstags jeweils von 18 bis 21 Uhr für Läufer, Jogger und Walker geöffnet. Für Fußball und Schulsport ist die Jahnkampfbahn aber ebenso offen wie für Rugby, für die Footballer der Paladins, die Abnahme des Sportabzeichnens oder die Teilnehmer des Walder Martinszuges. Die werden am 8. November wieder im Stadion Jahnkampfbahn erwartet. Und wie es sich für eine so berühmte Sportstätte gehört, wird Stadtsportbundpräsident Hartmut Lemmer höchstselbst wieder den Bettler spielen.

(RP/ac)