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Solingen: Ein Rückhalt im Kampf gegen Krebs

Solingen : Ein Rückhalt im Kampf gegen Krebs

Die Solinger Frauenselbsthilfe nach Krebs bietet drei Gruppen für Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung an. Neu ist jetzt ein Gesprächs-Angebot, das sich speziell an junge Betroffene richtet und ihnen Mut machen will.

"Junge Frauen, die von Krebs betroffen sind, befinden sich in einer besonders schwierigen Lebenssituation", sagt Sigrid Döring. Die 67-Jährige erkrankte vor sieben Jahren selbst an Brustkrebs und fand Halt in einer Selbsthilfegruppe. Seit dem Jahr 2010 ist sie nun die Vorsitzende der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs im Landesverband NRW. Gestern traf sich im Kirchencafé im Walder Rundling erstmals ein neuer Gesprächskreis für junge Frauen mit oder nach einer Krebserkrankung.

In Solingen gibt es für Betroffene ein breites Angebot an Selbsthilfegruppen und Gesprächskreisen. Neben dem neuen Kreis für junge Frauen existieren eine separate Selbsthilfegruppe und ein Gesprächskreis. "Bei der schon lange bestehenden Frauenselbsthilfegruppe handelt es sich um einen größeren Zusammenschluss von Frauen, während der Gesprächskreis ein kleiner Kreis ist, der durch eine sehr persönliche Struktur geprägt ist und dies auch bleiben soll", so Sigrid Döring.

Sie ist überzeugt, dass junge Frauen ein spezielles Gruppenangebot brauchen: "Neben der für jeden Betroffenen ohnehin sehr belastenden Krebserkrankung müssen sie oft Beruf und Familie noch unter einen Hut bringen." Daher habe sie sich für einen Gruppentermin am Abend statt wie sonst am Nachmittag entschieden.

Zudem sei es für den Austausch und die Selbsthilfe förderlich, auf Gleichgesinnte zu treffen. Mit der gegenseitigen Unterstützung in den Gruppen hat die Vorsitzende nur gute Erfahrungen gemacht: "Es ist ein aufbauendes Gefühl, das Kraft spendet, auf Frauen zu treffen, die die eigenen Ängste und das Auf und Ab der Emotionen selbst erlebt haben."

In den Gruppen treffen Frauen mit verschiedenen Krebsformen aufeinander. Brust- und Darmkrebs sind dabei die häufigsten Krebsarten. Sigrid Döring ist es wichtig, Angst und Traurigkeit ebenso Raum zu lassen wie Lebensfreude. Deshalb werden gemeinsame Aktivitäten großgeschrieben. Die Frauen treffen sich beispielsweise zum Basteln oder Kegeln und planen Veranstaltungen zu Ostern oder Weihnachten.

Im Gesprächskreis sind häufig Referenten zu Gast. Hinzu kommen die beliebten Jahresausflüge. Für ein Klosterprojekt, das in diesem Jahr mit zehn teilnehmenden Frauen wiederholt wird, wurde die Gruppenarbeit von Sigrid Döring mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet. Die Zeit im Kloster dient dem Rückzug und dem Kräftetanken. "Unsere Gruppenangebote sind eine Mischung aus wichtigen Informationen zum Thema Krebs und einem zwischenmenschlichen Austausch, der den Heilungsprozess unterstützt", sagt Sigrid Döring. Die Gruppenmitglieder fänden in der Gemeinschaft während und auch noch lange nach einer Krebserkrankung "einen Rückhalt, der Kraft gibt".

(RP/rl)