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Solingen: Ein Netzwerk der Hilfe

Solingen : Ein Netzwerk der Hilfe

Das Evangelische Zentrum für Erziehungs- und Familienhilfen wird mehr und mehr auch von Angehörigen der Mittelschicht aber auch von älteren Menschen in Anspruch genommen.

Knallhartes Rechnen steht heute immer am Anfang, wenn es darum geht, Menschen in Notlagen zu helfen. Und die Frage, wie kann das gehen, wo es doch eigentlich nur das Wohl der Menschen im Mittelpunkt stehen soll, beschäftigt alle, die in diesem Bereich arbeiten. Auch Friederike Stratmann und Angelika Spilker-Jacobs vom evangelischen Zentrum für Erziehungs- und Familienhilfen der Diakonie. Knappe Mittel, immer mehr Hilfesuchende, verstärkt auch aus der Mittelschicht, alles wird immer dramatischer, so bringt es Friederike Stratmann im Gespräch mit unserer Zeitung auf den Punkt. Anlass ist der soeben vorgelegte Jahresbericht des Zentrums. Zu den neuen Aufgaben, die auf die Diakonie vor drei Jahren zugekommen sind, gehört der Offene Ganztag und die 8-13 Betreuung. An den Grundschulen Weyer und Kreuzweg ist die Diakonie Träger. „Zwar hat sich die finanzielle Lage etwas entspannt, doch gut ist sie immer noch nicht“, sagt Friederike Stratmann. Das Fachpersonal benötigt nach wie vor mehr Kapazitäten, vor allem auch vor dem Hintegrund, dass 47 Prozent der Kinder im Offenen Ganztag aus sozial schwachen Familien kommen. Es sei dennoch eindrucksvoll zu sehen, wie die Mitarbeitenden mit viel Kreativität gute pädagogische Arbeit leisten. „Wir haben sehr motivierte Mitarbeiter“, weiß auch Angelika Spilker-Jacobs.

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Mit Erziehung überfordert

Barometer für gesellschaftliche Veränderungen ist die Arbeit der allgemeinen Lebensberatung, die verstärkt auch von älteren Menschen in Anspruch genommen wird, die ihr bisheriges Leben hinterfragen und ihre Beziehungen neu gestalten müssen oder wollen. Verstärkt suchen auch Arbeitslose Hilfe, die durch ihre Situation in große psychische Nöte geraten. Ein weiterer Trend ist, dass Familien oder Alleinerziehende schon von Anfang an mit der Erziehung der Kinder überfordert sind.

Wie gut die Hilfen im Zentrum der Diakonie ineinandergreifen, zeigt das im Oktober vergangenen Jahres eingerichtete und heute gut frequentierte Mutter-Kind-Cafe. Der Bedarf für diesen Treffpunkt für sehr junge, oft überforderte Mütter, war in der „Flex“ zutage getreten, den „Flexiblen erzieherischen Hilfen“, die das Zentrum anbietet und die im vergangenen Jahr 67 Familien mit 168 Kindern beraten hat. Das neue Cafe in der Goerdelerstraße ist werktags von 10 bis 12 Uhr geöffnet, 30 junge Frauen treffen sich inzwischen regelmäßig, tauschen sich untereinander aus, bekommen aber auch Hilfe von außen. Die Räume wurden von der Diakonie zusammen mit der Caritas gemietet, die Finanzierung ist zunächst bis Ende 2007 gesichert.

Die Akzeptanz der Beratungsangebote im Familienhilfezentrum hat sich im Laufe der vergangenen Jahre mehr und mehr erhöht. Und inzwischen kommen die Hilfesuchenden aus nahezu allen Kreisen der Bevölkerung und allen Altersgruppen.

(RP)