Solingen Ein Landeplatz fürs Klinikum

Solingen · Um das Krankenhaus ökonomisch und strategisch zukunftsfähig zu machen, will die Geschäftsführung einen Hubschrauberlandeplatz. Jetzt sollen neben dem Dach des Hauses E weitere Standorte geprüft werden.

Das ZDF widmete dem Hubschrauber mit Namen Anneliese eine ganze Serie. Woche um Woche retteten "Die Rettungsflieger" im Vorabendprogramm Leben. Ganz so dramatisch soll es in Solingen zwar nicht zugehen, doch auch für das Klinikum wünscht sich Geschäftsführer Hans-Joachim Fietz-Mahlow einen Hubschrauberlandeplatz. Mit diesem könnte man zum Traumazentrum werden und künftig noch mehr Schwerverletzte behandeln. Und somit ist dieses Projekt aus Sicht der Geschäftsleitung ein ganz zentrales — sowohl strategisch, als auch ökonomisch, wenn es um die Zukunft des Klinikums geht.

Diese Investitionsplanung von bis zu vier Millionen Euro hat Manager Fietz-Mahlow in den Wirtschaftsplan für das städtische Krankenhaus einfließen lassen. Der wird in der nichtöffentlichen Sitzung des Beteiligungsausschusses am Donnerstag behandelt werden. Der Planungszeitraum für einen solchen Hubschrauberlandeplatz umfasst rund zwei Jahre.

Denn wer denkt, man könne einfach eine ausreichend große Fläche glatt asphaltieren und schon könnten Hubschrauber landen, der irrt. Solche Planungen müssen geprüft und abgesegnet werden. Im Falle einer Klinik in Hamburg-Wedel verzögerte sich der Bau alleine deshalb um drei Jahre, weil nicht klar war, ob das Projekt den Nonnengänsen ins Gehege kommt.

Aber nicht nur Auswirkungen auf die Tierwelt müssen vorab unter die Lupe genommen werden, es geht auch noch um Umweltverträglichkeit, Lärmemission und Hindernisfreiheit. Wer schon mal einen Hubschrauber hat starten und landen hören, der weiß, dass das ganz schön auf die Ohren geht. Und immerhin liegt das Klinikum in einem reinen Wohngebiet. Zuständige Behörde ist die an die Bezirksregierung angeschlossene Landesluftfahrtsbehörde. Die hat etwa Unternehmer Siegfried Lapawa gestattet, dass dieser von seinem Wohnort Hackhausen aus 20 Mal pro Jahr mit einem Hubschrauber starten und landen darf.

50 neue Arbeitsplätze geschaffen

Doch zurück zum Klinikum. Die Klinikumsgeschäftsleitung würde den Hubschrauberlandeplatz gerne auf dem Dach des Hauses E, das ist das größte Gebäude, platzieren. Doch jetzt soll auch noch nach Alternativstandorten Ausschau gehalten werden, etwa die Feuerwache in Wald oder das Areal in Richtung zum Botanischen Garten. Die Pläne sollen der Gesellschafterversammlung am 20. Dezember präsentiert werden.

Dann wird es auch noch einmal um das derzeitige Klima im Klinikum gehen. Um den Druck aus dem Kessel zu nehmen, präsentiert Fietz-Mahlow im Wirtschaftsplan eine Aufstockung der Mitarbeiterzahlen um rund 50 und das bei trotzdem erfreulichen Geschäftszahlen. Die Beschäftigten hatten zuletzt unter der immer stärker werdenden Arbeitsbelastung geklagt (wir berichteten).

(RP)
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