Solingen: Ein Kunstpreis – zwei Preisträger

Solingen : Ein Kunstpreis – zwei Preisträger

Die Jury der 66. Bergischen Kunstausstellung hat entschieden: der diesjährige Kunstpreis der National-Bank geht an den Leunora Salihu und Jochen Mühlenbrink. Insgesamt werden15 Künstler ihre Werke in der Ausstellung zeigen, die ab dem 15. Juni im Kunstmuseum zu sehen sein wird.

Als sich die Tür zum Meistermann-Saal des Kunstmuseums öffnete, war die Jury der 66. Bergischen Kunstausstellung bereits konzentriert bei ihrer Auswahlarbeit. Susanne Vieten brachte Gisela Elbracht-Iglhaut aus dem Sekretariat einen gerade eingetroffenen Umschlag mit einer weiteren Bewerbung für die Kunstausstellung – und den mit 3500 Euro dotierten Kunstpreis der National-Bank. Der erste Blick der stellvertretenden Leiterin des Museums fiel auf den Poststempel. Der zeigte den 8. März – also den Stichtag für alle Bewerbungen. "Die Bewerbung müssen wir trotz des späten Eintreffens also noch aufnehmen", erklärte Elbracht-Iglhaut.

Damit hatte sich die Zahl der Einreichungen für die diesjährige Bergische auf 283 (2011: 269) erhöht. Aus diesen Bewerbungen wählte die Jury gestern 15 Positionen für die Ausstellung aus, die vom 15. Juni bis 9. September im Kunstmuseum zu sehen sein wird. Mit dem Bergischen Kunstpreis 2012 der National-Bank wurden Leunora Salihu und Jochen Mühlenbrink ausgezeichnet. Sie teilen sich das Preisgeld von 3500 Euro und bekommen eine Gemeinschaftsausstellung in der Zweigstelle der National-Bank in Wuppertal.

Ein wenig improvisieren musste Elbracht-Iglhaut gestern im Kunstmuseum allerdings schon, denn von den sechs eingeladenen Juroren hatten mit Dr. Gregor Jansen (Direktor der Düsseldorfer Kunsthalle) und Dr. Thomas A. Lange (Vorsitzender des Vorstandes der national-Bank) gleich zwei kurzfristig absagen müssen. Allerdings hatte Lange eine Vertretung geschickt: Karin Christoph, die Leiterin der Unternehmenskommunikation der Essener National-Bank. "Nur fünf Juroren hat auch seinen Vorteil", erklärte Elbracht-Iglhaut. "Dann kann es bei den Abstimmungen keine Patt-Situation geben." Denn Abstimmungen der Juroren über die vorgeschlagenen Positionen und Künstler waren im Kunstmuseum nach jedem Sichtungsdurchgang angesagt. Das Quintett der Juroren der Bergischen vervollständigten diesmal Dr. Stefanie Kreuzer (Museum Morsbroich, Leverkusen), Gertrud Peters (Projektleiterin Kunst im Tunnel, Düsseldorf) und der Solinger Kurator Matthias Erntges (Kunstraum Oberkassel).

Auch für die 66. Bergische durften sich nur professionelle Künstler bewerben. Neben einer Akademischen Ausbildung mussten alle Bewerber durch Herkunft, Arbeits- oder Ausbildungsstätte einen Bezug zur Region des Bergischen Landes (einschließlich Düsseldorf) nachweisen.

Umfeld Kunstakademie

Bei erster Durchsicht der auf langen Tischen im Meistermann-Saal ausgebreiteten Bewerbungsmappen wurde schnell deutlich, dass sich viele Künstler in diesem Jahr mit plastischen Arbeiten beworben hatten. Für Elbracht-Iglhaut war dies keine Überraschung: "Das spiegelt nur den Trend beim diesjährigen Rundgang in der Düsseldorfer Kunstakademie wieder. Da war viel Bildhauerei zu sehen." Bekanntlich kommt das Gros aller Künstler, die sich um die Teilnahme an der Bergischen bewerben, in jeden Jahr aus dem Umfeld der Akademie. "Was auch kein Wunder ist, denn hier betreiben wir die Hauptwerbung für unsere Ausstellung", so Elbracht-Iglhaut. So kamen diesmal 153 der insgesamt 283 Bewerbungen aus der Landeshauptstadt. Mit Wohnsitz Solingen bewarben sich sieben, aus Wuppertal 22 Künstler , aus Remscheid keiner.

(mit)
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