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Solingen: Ein Fest für Schwimmer

Solingen : Ein Fest für Schwimmer

Am Sonntag wurde das Sportbad Klingenhalle eröffnet. Das Schulschwimmen ist angelaufen, auch die Vereine und Frühschwimmer haben dort ihre Trainingszeiten. Alle anderen müssen zum Vogelsang.

Zumindest mit der sportlichen Leistung des Oberbürgermeisters wäre der SPD-Fraktionsvorsitzende am Samstag sicher zufrieden gewesen. Doch Ernst Lauterjung konnte am feierlichen Eröffnungsspektakel des Sportbades Klingenhalle nicht teilnehmen, weil er mit den Genossen auf Etat-Klausur war.

Die unglückliche Terminüberschneidung hatte die SPD im Vorfeld scharf kritisiert, man fühlte sich übergangen, warf dem OB vor, er wolle nur im Kreise der ihm politisch nahestehenden Politiker feiern. Mitnichten, wie der Oberbürgermeister erklärte, bevor er mit einem ansehnlichen Kopfsprung zu den Wasserballern des SC Solingen ins Becken hechtete.

Dort unterstützte ihn Mannschaftskapitän Marc Willems tatkräftig und gönnte dem Mann mit der 13 auf der Badekappe beim Fünfmeterschießen einen Achtungserfolg. Doch bei der anschließenden Promi-Staffel bewies das Stadtoberhaupt ganz alleine seine sportliche Fitness.

Was der Staffel letztlich jedoch durch die eher bescheidene Leistung von Ernst Schneider nur einen der hinteren Plätze einbrachte. Der Chef der städtischen Beteiligungsgesellschaft brachte die Staffel dann so weit ins Hintertreffen, dass am Ende das Team der Sportvereine die großen gelben Badeenten in Empfang nehmen konnte.

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Doch Politik stand nicht im Mittelpunkt bei der Feier, sieht man von der Demonstration gegen einen weitern Verkauf von Anteilen der Stadtwerke an die Mannheimer MVV einmal ab. Die Freude überwog über das neue Bad, das nun Schulen, Vereinen und den Frühschwimmern zur Verfügung steht.

Das von Stadtsportbund-Präsident Hartmut Lemmer moderierte Eröffnungsprogramm zeigte den vielen Zuschauern, dass sportliche Betätigung im Wasser etwas für alle Altergruppen ist.

Von den durchtrainierten Zeitliga-Wasserballern des SC Solingen und den Unterwasserrugby-Spielern des Tauchsportclubs Waspo bis zur Nichtschwimmergruppe und dem Wasseraerobic-Kurs des TSV-Aufderhöhe reichten die Vorführungen, die von den in farbenfrohe Schwimmanzüge gekleideten Synchronschwimmerinnen des TSV Aufderhöhe eröffnet wurden.

Kanuten und Rettungsschwimmer der DLRG rundeten das Programm im neuen Teil des Sportbades ab, bevor die beiden Becken freigegeben wurden: Schwimmen für alle Solinger.

Künftig werden die allerdings nicht in den Genuss des neuen Bades kommen, denn die Klingenhalle ist Vereinen, den Schulen und den Frühschwimmern vorbehalten. Und auch für die Schulen und Vereine könnte es künftig eng werden, denn die Klingenhalle ist ihr einziges Rückzugsgebiet.

"Im Moment haben wir alle Gruppen untergebracht, doch in Zukunft müssen wir unter Umständen Interessierte abweisen, weil kein Platz mehr in den Abteilungen ist", sagt Erika Rothstein vom TSV Aufderhöhe. Und auch beim Schulschwimmer (montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr) wird erst die Zukunft zeigen, ob die Zeiten auf Dauer ausreichen.

"Vorerst wird sich nichts daran ändern, dass nur das Hallenbad Vogelsang als Öffentlichkeitsbad bereitsteht", sagt Ernst Schneider, der Geschäftsführer der städtischen Beteiligungsgesellschaft.

Und auch für Oberbürgermeister Norbert Feith ist klar: "Das Thema Schwimmen in Solingen ist mit dem Klingenbad-Ausbau nicht erledigt. Für Familien und Einzelpersonen ist das Hallenbad Vogelsang in Wald kein befriedigendes Angebot." Nicht umsonst gehe jeder zweite Solinger in andere Städte zum Schwimmen.

(RP)