Solingen: Ein erfolgreiches Geschäftsmodell

Solingen: Ein erfolgreiches Geschäftsmodell

Bei einem Ideenwettbewerb wurde der Beroma-Laden in der Hasseldelle mit einem Preisgeld von 5000 Euro bedacht.

Hans-Peter Harbecke ist zufrieden. Nicht nur, dass der Bermona-Laden in der Hasseldelle sich über ein Preisgeld von 5000 Euro freuen kann, auch die Erträge des Nahversorgers in der Siedlung sind so, dass sich die Genossenschaft keine Sorgen machen muss. "Durch günstigere Einkäufe konnten die Erträge trotz leicht rückläufiger Umsätze gesteigert werden", sagt Harbecke, der zusammen mit Christian Petschke den Vorstand bildet.

Dass das Beroma-Konzept gut ist, befand jetzt auch die Montag-Stiftung "Urbane Räume — Neue Nachbarschaft". Sie hatte zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen, an dem sich 623 Projekte beteiligten, von denen 22 mit einem Preis bedacht wurden. 5000 Euro Preisgeld bekam die Genossenschaft. Den Preis nahmen Hans-Peter Harbecke und Christina Petschke in der Villa Prieger in Bonn für Beroma entgegen. Die Montag-Stiftungen wollen insbesondere die Lebensbedingungen benachteiligter Bevölkerungsgruppen verbessern und ihren Beitrag leisten, den gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten.

Um die Nahversorgung im Bereich der Siedlung Hasseldelle mit Dingen des täglichen Bedarfs aufrecht zu erhalten, hatte der Bürgerverein "Wir in der Hasseldelle" 2009 die Genossenschaft gegründet, die den Beroma-Laden weiterführt, nachdem der vorherige Träger insolvent geworden war. Seither werden in dem Ladenlokal an der Rolandstraße sowohl günstige Produkte aus der Region als auch aus den Herkunftsländern der Bewohner angeboten. Ganz bewusst ist das Geschäft aber auch als Begegnungsstätte für die Menschen aus den umliegenden Häusern konzipiert, wo sie sich bei einer Tasse Kaffee zu einem Gespräch unter Nachbarn treffen können. Auch das war für die Jury Grund, das Projekt auszuzeichnen. Die Mitarbeiter bei Beroma sind darüber hinaus zum Teil ungelernte Kräfte, sie sich dort qualifizieren können und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Besonders gut kommt der Bermoa-Lieferservice vor allem bei den älteren Menschen in der Siedlung an. Ab 20 Euro Einkaufswert ist der Zustelldienst kostenfrei. "Wir liefern nicht nur ins Haus, auf Wunsch werden die Kunden zum Einkauf auch abgeholt und anschließend wieder nach Hause gefahren", sagt Vorstand Harbecke. Neben den Dingen des täglichen Bedarfs bietet der Beroma-Laden auch eine Hermes-Paketstation, es werden Handy-prepaid-Karten und Stadtwerke-Mehrfahrtfahrten verkauft, es gibt Briefmarken und alte Batterien, Korken und Elektro-Kleingeräte werden entsorgt.

"Service, den Sie woanders vermissen, so gut wie früher", wirbt Beroma daher auch mit all diesen Angeboten.

(RP/ac)
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