Solingen: Ein dichtes Netz der Hilfe ist geknüpft

Solingen : Ein dichtes Netz der Hilfe ist geknüpft

Friedensdorf-Netzwerk gegründet. Solimed-Ärzte leisten neben Kliniken und Ehrenamtlern Hilfe für verletzte Kinder.

Im November wird Dr. Christoph Zenses zum ersten Mal einen Einsatz des Oberhausener Friedensdorfes International in Angola begleiten. Der Mediziner ist dabei, wenn die Oberhausener Hilfsorganisation Kinder zur medizinischen Behandlung nach Deutschland holt. Nach einem Besuch in Oberhausen war der Solinger Arzt, der sich unter anderem auch für das Medimobil, die Solinger Tafel und Pro Ost ehrenamtlich engagiert, restlos überzeugt von der Arbeit des Friedensdorfes.

Nicht nur das: Er konnte seine Kolleginnen und Kollegen, die dem Solimed-Ärztenetzwerk angeschlossen sind, zur Mithilfe gewinnen. So wurde in dieser Woche das Solinger Friedensdorf-Netzwerk ins Leben gerufen. Neben Christoph Zenses, Stefan Nippes vom Deutschen Roten Kreuz, Karin Morawietz vom Städtischen Klinikum und Cerstin Tschirner vom Kplus-Verbund nahm auch der stellvertretende Friedensdorf-Leiter Kevin Dahlbruch am ersten Netzwerktreffen in Solingen teil.

140 Ärztinnen und Ärzte sind inzwischen bei Solimed angeschlossen. "Sie alle haben zugesagt, sich bei Bedarf um Kinder, die in Solinger Kliniken behandelt werden, zu kümmern", sagt Dr. Christoph Zenses. Neben Solimed gibt es die Medizinische Hilfe Solingen, die als eingetragener Verein finanzielle Hilfe leisten kann. "Zum Beispiel könnte der Verein Medikamente und medizinische Hilfsmittel finanzieren, auch wenn die Kinder wieder in ihrer Heimat sind", erklärt Zenses.

Das Solinger Ärztenetzwerk ist darüber hinaus geeignet, Informationsmaterial über das Friedensdorf in den Praxen auszulegen oder bei der Suche nach weiteren ehrenamtlichen Helfern zu unterstützen. Vor allem für den Besuchsdienst für die Kinder in den Kliniken werden immer wieder Freiwillige gesucht.

Das Netz der Hilfe in Solingen war auch vor der Unterstützung durch Solimed gut geknüpft. Sowohl in der St. Lukas Klinik als auch im Städtischen Klinikum werden immer wieder Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten operiert und anschließend von Pflegekräften und ehrenamtlichen Helfern liebevoll betreut, bevor sie meist nach einem Aufenthalt im Oberhausener Dorf zurück in ihre Heimat gehen.

Die Krankenhäuser des Kplus-Verbundes, zu dem die Lukas Klinik gehört, haben in den vergangenen Jahren 60 Friedensdorf-Kinder behandelt, allein Dr. Erich Theo Merholz hat rund 30 Kinder behandelt, er gilt als Vater der Friedensdorf Hilfe in der Lukas Klinik.

Im Klinikum wurden in den vergangenen zwei bis drei Jahren vier Kinder aus dem Friedensdorf versorgt. Die kompliziertesten Behandlungen erlebten Sandro aus Georgien und der afghanische Junge, der in der Klinik für Unfallchirurgie versorgt wurde. In beiden Häusern werden die kranken Kinder von ehrenamtlichen Helfern betreut.

(RP)
Mehr von RP ONLINE