Eigeninszenierung im Solinger Theater

Eigeninszenierung : Im Theater wird es komisch fantastisch

Als Eigeninszenierung des Kultumanagements haben am 22. Mai „Die lustigen Weiber von Windsor“ Premiere.

„Es ist bereits die 15. Eigeninszenierung, die das Kulturmanagement der Stadt Solingen mit Prof. Igor Folwill als Regisseur auf die Bühne bringt“, verrät Jörg Pauli, Verwaltungsleiter des Solinger Theaters. Dieses Mal wird es mit Otto Nicolais Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ komisch-fantastisch. „Ich bekenne, dass das eines meiner Lieblingsstücke ist“, erklärt Igor Folwill. Nicht nur für Dirigenten ist dieses Werk eine Herausforderung, auch der Regisseur sah sich vor eine nicht einfache Aufgabe gestellt. „Ich begann damit, das Stück zu besetzen und musste feststellen, dass das schwerer ist, als erwartet“, gibt Igor Folwill zu. Ursache hierfür sei die Spielopern-Krise, in der die Kulturlandschaft derzeit stecke. Vor allem für die deutschsprachigen Spielopern und auch Operetten, bei welchen nicht nur Arien, sondern auch Dialoge gemeistert werden müssen, fehlten zunehmend die Sänger. „Die Werke von Lortzing beispielsweise, die früher eine tragende Rolle spielten, tauchen heute kaum mehr auf und wenn, dann als Exoten.“

Igor Folwill ist es dennoch gelungen, eine ansehnliche Besetzung für „Die lustigen Weiber von Windsor“ zu gewinnen. Die Partie des Herrn Reich wird von Lucas Singer, Ensemblemitglied der Oper Köln, verkörpert. Frau Reich wird von Uta Christina Georg gespielt. Die freischaffende Künstlerin hat in den knapp zwanzig Jahren ihrer sängerischen Tätigkeit an rund 25 Opernhäusern über 40 Partien verkörpert. Seit 2012 unterrichtet sie an der Musikschule Köln das Fach Gesang. Die aus Santiago de Chile stammende Stephanie Elliott wird in die Rolle der Frau Fluth schlüpfen. Sie war mehrere Spielzeiten am Theater für Niedersachsen engagiert, zahlreiche Gastspiele führten sie an Theater in ganz Deutschland.

Mit Rúni Brattaberg wurde für die Rolle des Sir John Falstaff ein ganz besonderer Künstler gewonnen. „Er ist karrieremäßig eigentlich außerhalb unserer Reichweite“, verrät Igor Folwill. Doch der von den Färör-Inseln stammende Sänger hegte schon seit langem den Wunsch, diese Rolle einmal zu singen. Taejun Sun aus Seoul wird Fenton verkörpern, Andreas Elias Post den Dr. Cajus und Maximilian Flieth den Junker Spärlich. Für das umfangreiche Bühnenbild wurde eigens der Bühnenbildner Detlev Beaujean engagiert.

„Eine schnelle Abfolge von Bildern ist hier gefordert“, weiß Folwill. Beaujean kann dabei die noch relativ neuen Bühnenwagen nutzen. So lassen sich die Bühnenbilder bequem per Fernbedienung drehen. „In Solingen ist alles Handarbeit“, sagt Anna Frantzen vom Kulturmanagement über die Eigeninszenierung. „Die Technik freut sich darauf, weil sie ihre Technik komplett einsetzen kann.“ Die Bergischen Symphoniker können bei dieser Inszenierung ihr Können unter Beweis stellen.

Auch der Theaterchor kommt zum Einsatz. Die musikalische Gesamtleitung hat György Mészáros inne. Mit „Die lustigen Weiber von Windsor“ möchte Igor Folwill der Spielopern-Krise etwas entgegensetzen. „Ich habe die Riesenhoffnung, dass das ganze Genre nicht so sang- und klanglos untergeht.“

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