Solingen: Ehrenring für Unternehmer und Mäzene

Solingen : Ehrenring für Unternehmer und Mäzene

Noch ist es nicht offiziell, doch gibt es einen breiten politischen Konsens über drei neue Ehrenringträger Solingens: Die Unternehmer Hans-Werner Gabriel, Thomas Busch und Egon Evertz werden für ihr großes soziales Engagement geehrt.

Ihre besonderen Leistungen als Unternehmensgründer und -leiter haben ihnen Ansehen und Reichtum beschert. Dass sie dieses Geld nicht allein für sich behielten, sondern immer auch für vielfältige soziale und kulturelle Belange ihrer Heimatstadt ausgaben, soll nun mit einer der höchsten Auszeichnungen Solingens gewürdigt werden. Darüber besteht offenbar breiter Konsens im Stadtrat. Wie die Morgenpost erfuhr, haben sich die Ratsfraktionen im nicht öffentlichen Teil des Hauptausschusses geeinigt, Hans-Werner Gabriel, Thomas Busch und Egon Evertz mit dem Ehrenring der Stadt auszuzeichnen. Damit wollen die Politiker einem Vorschlag von Oberbürgermeister Norbert Feith folgen. Die Entscheidung soll heute vom Stadtrat offiziell bestätigt werden. Wurden bisher vorwiegend Politiker geehrt, sind es nun drei bedeutende Unternehmerpersönlichkeiten und Mäzene der Stadt.

Hans-Werner Gabriel (83) hat sich mit 65 von der Spitze der Firma Ernst-Ludwig Emde zurückgezogen, die damals noch Schirmzubehör fertigte. Gabriel übernahm die Firma 1953, nachdem er die Tochter des Firmengründers geheiratet hatte. Heute leitet sein Sohn Horst das Unternehmen, das unter andrem Präzisions-Stanzteile für die Autoindustrie fertigt. Zur Ruhe setzte sich Hans-Werner Gabriel aber nicht. Im Gegenteil. Als Bezirksvorsteher in Wald (1999-2004) startete das CDU-Mitglied eine politische Karriere, ehrenamtlich versteht sich. Neben seiner umfangreichen Briefmarkensammlung liegt ihm vor allem die Kultur am Herzen: Lange Jahre war er Vorsitzender des städtischen Chors, war maßgeblich an der Fusion der Solinger und Remscheider Orchester beteiligt, ist wichtiger Förderer der Walder Theatertage und des Kunstmuseums.

Das Solinger Vorzeiger-Unternehmen Walbusch mit mehr als 900 Mitarbeitern übernahm Thomas Busch (74) von seinem Vater Walter und führte es 32 Jahre lang, bevor er 2008 den Chefsessel räumte. Als Förderer seiner Heimatstadt engagiert sich Busch auf vielfache Weise. Gemeinsam mit seiner Frau Beate gründete er die Busch-Stiftung Seniorenhilfe, er ist Gründer der Bürgerstiftung verfemte Kunst und "Retter" der Dorper Kirche. Zwei Millionen Euro brachte er allein in die Jugendstiftung "Zukunft durch Bildung ein", die er anlässlich seines 70. Geburtstages gründete.

Egon Evertz (76) Kapital war Kreativität und Erfindergeist, und ist es bis heute. Das gilt auch auf den Gebieten Soziales und Kultur. Als 19-Jähriger gründete der Selfmademan das erste Gewerbe. Mehr als 600 Mitarbeiter hat der Stahldienstleister Egon Everts KG heute. Der passionierte Geigenspieler fördert intensiv Musik und Kunst. Für die Musikschule stellte er eigene Firmenräume zur Verfügung, eine weithin beachtete Dali-Schau holte er 2008 in die Klingenstadt.

(RP/ac)