Edeka reicht Klage zum O-Quartier in Solingen ein

O-Quartier in Solingen: Edeka verklagt die Investoren

Der Konzern pocht auf Einhaltung eines Mietvertrages, der mit dem Alt-Eigentümer des Olbo-Grundstücks in Ohligs geschlossen wurde. Am Donnerstag reicht Edeka beim Landgericht Klagen ein – auch gegen den neuen Investor.

Der Handelsriese Edeka macht Ernst. Nachdem das Unternehmen schon im August damit gedroht hatte, notfalls gegen den alten sowie neuen Besitzer des ehemaligen Olbo-Areals in Ohligs gerichtlich vorgehen zu wollen, steht dieser Schritt nun unmittelbar bevor. Denn wie ein Sprecher der zuständigen Regionalgesellschaft Edeka Rhein-Ruhr am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion ankündigte, sollen am morgigen Donnerstag die entsprechenden Klagen in Bezug auf das zukünftige O-Quartier angestrengt werden.

Somit werden sich fortan die Richter des Landgerichts Wuppertal mit der sprichwörtlich größten Baustelle in Ohligs auseinanderzusetzen haben, die der neue Investor, der deutsch-niederländische Projektentwickler Kondor Wessels, eigentlich bis Anfang der 20er Jahre zu einem guten Ende führen möchte. Wobei in den aktuellen Bauzeichnungen von Kondor Wessels-Geschäftsführer Leo W. A. de Man kaum noch Platz für Einzelhandel vorgesehen ist.

Im Gegensatz zum früheren Eigentümer, der Bayreuther Gruppe Graf von Thun und Hohenstein Veit, will Kondor Wessels den Schwerpunkt im O-Quartier nämlich auf Wohnungen legen, was zuletzt Edeka auf den Plan rief. Der Grund: Der Konzern beruft sich auf einen Mietvertrag mit dem Alt-Investor, in dem von beiden Seiten die Einrichtung eines Lebensmittelmarktes innerhalb des seinerzeit noch angedachten Einkaufszentrums verabredet ist.

Ein Kontrakt wohlgemerkt, der nach Ansicht von Edeka trotz der mittlerweile modifizierten Pläne für das Stadtteil-Zentrum von Ohligs Bestand hat – und der darum jetzt am zuständigen Landgericht Wuppertal durchgesetzt werden soll. „Wir klagen gegen Graf von Thun und Hohenstein Veit auf Einhaltung dieses Mietvertrags“, sagte der Unternehmenssprecher, der darüber hinaus betonte, die juristischen Schritte des Edeka-Konzerns richteten sich auch gegen Kondor Wessels.

In der Edeka-Regionalzentrale mit Sitz in Moers gehen die Verantwortlichen davon aus, dass der deutsch-niederländische Projektentwickler mit der Übernahme des Grundstücks am Ohligser Marktplatz automatisch den Mietervertrag zwischen Edeka sowie dem Alt-Eigentümer übernommen hat und dadurch verpflichtet ist, innerhalb des O-Quartiers einen Lebensmittel-Vollsortimenter zu ermöglichen.

  • Solingen : Olbo-Abriss soll in 14 Tagen starten

Kondor Wessels selbst lehnte am Dienstag – trotz der neuen Entwicklung inklusive der unmittelbar bevorstehenden Klageeinreichung – eine eigene Stellungnahme zunächst ab. „Wir werden uns zu der Angelegenheit nach wie vor nicht äußern“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage unserer Redaktion.

Dementsprechend bleibt einstweilen unklar, wie es rund um den Ohligser Markt in Sachen Lebensmittelversorgung weitergehen wird. So plant die Stadt-Sparkasse Solingen schräg gegenüber des zukünftigen O-Quartiers im benachbarten Globus-Haus ihre neue Zweigstelle für den Stadtteil aufzubauen. Bis zum Jahr 2020 soll die Filiale ­­fertiggestellt sein. Und zudem ist vorgesehen, in dem Gebäude, das über eine geräumige Tiefgarage verfügt, wieder einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln. Dieser hatte an dieser Stelle über lange Jahre hinweg existiert.

Ob diese Fläche eventuell auch für Edeka infrage käme, ist offen. Bereits vor einigen Wochen hatte der Konzern eine solche Ausweichmöglichkeit eher zurückhaltend beurteilt. Man wolle sich „darauf konzentrieren, dass der bestehende Mietvertrag für den Standort an der ehemaligen Textilfabrik Olbo erfüllt wird“, war seinerzeit aus dem Handelskonzern zu hören gewesen.

Die Stadt-Sparkasse wiederum hatte im August lediglich „Kontakte mit verschiedenen Interessenten“ bestätigt. Mit näheren Informationen sei im vierten Quartal des laufenden Jahres zu rechnen, teilte das Geldinstitut mit.

Mehr von RP ONLINE