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E-Sport in Solingen: Kooperation zwischen WMTV und Stage5 Gaming

WMTV kooperiert mit Stage5 Gaming : E-Sport in Solingen – Mehr als nur „Zocken“

E-Sport ist die Zukunft, sagt Andreas Lukosch vom WMTV über das kompetitive Video-Spielen. Der Verein kooperiert jetzt mit einem professionellen e-Sport-Betreiber aus Solingen.

Wer Sport auf einem professionellen oder semi-professionellen Niveau betreibt, muss sich fit halten. Trainiert wird nicht nur die jeweilige Sportart, man übt sich auch in Ausdauer und Kraft, achtet auf die Ernährung und auf den eigenen Körper. Das soll künftig auch für e-Sport-Teams gelten, die in Solingen ins Trainingslager gehen.

Dazu geht der Wald-Merscheider Turnverein eine Kooperation mit Stage5 Gaming aus Solingen ein. Das Unternehmen betreut e-Sport-Teams und lädt sie regelmäßig zu Trainingswochenenden in die Klingenstadt ein. Dabei soll demnächst auch die allgemeine körperliche Gesundheit auf dem Programm stehen – ermöglicht durch den WMTV.

Der Turnverein beschäftigt sich schon seit einer Weile mit dem wettbewerbsorientierten Spielen von Video- oder Computer-Spielen. Eine eigene e-Sport-Abteilung steht in den Startlöchern. Aufgestellt wurde sie im Rahmen eines Projekts der Sportjugend NRW, das e-Sport in Vereinen fördert. „Wir können den e-Sport leider noch nicht anbieten, weil wir seit einem Jahr auf die Playstations warten“, erzählt Andreas Lukosch, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Abgesehen davon sei der WMTV in Sachen e-Sport jedoch startklar. „Wir wollen loslegen“, sagt Lukosch. „Im Rahmen des Projekts werden wir zwei Spiele anbieten, Fifa und Rocket League.“

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Im Zuge des Interesses für den e-Sport kam der Kontakt zu Stage5 Gaming auf. „Verschiedene Player des e-Sports in Solingen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam an dem Thema zu arbeiten“, erzählt Lukosch. Auch die Stadt und die Wirtschaftsförderung beteiligen sich demnach an der Entwicklung und Etablierung des e-Sports in Solingen. Nun sei aus dieser Zusammenarbeit zudem eine konkrete Kooperation zwischen dem WMTV und Stage5 Gaming erwachsen.

Er habe nach einem festen Partner für die von ihm betreuten Teams gesucht, sagt Stage5-Gründer Bernd Unger. „Wir betreiben in diversen e-Sport-Titeln semiprofessionelle und professionelle Teams. Wir haben die Möglichkeit, im Heiper Lan House Trainingsmöglichkeiten für den e-Sport zu nutzen.“ Deswegen lade Stage5 seine Teams zu Bootcamps nach Solingen ein. Dank der neuen Kooperation mit dem WMTV soll es künftig möglich sein, während dieser Zeit in der Klingenstadt nicht nur die Fähigkeiten an Computer und Konsole zu trainieren, sondern auch die allgemeine Fitness. Das sei für die Teams ein wichtiger Ausgleich während des Trainings, so Unger. „Es soll auch zeigen, dass e-Sport und Gesundheit keine gegensätzlichen Themen sind.“ Konditionstraining beispielsweise könne die Konzentration der Spieler erhöhen.

„Wir vom WMTV erstellen für die Teams ein Konzept für die Zeit ihres Bootcamps in Solingen“, erzählt Andreas Lukosch. „E-Sport ist nicht nur Zocken. Die Professionalität weitet sich auch im Bewegungsbereich aus. Die Teams müssen konzentriert über einen längeren Zeitraum spielen können.“ Dafür stelle der Turnverein Lukosch zufolge einen Trainingsplan mit Rückenübungen, Atemtechniken und einem allgemeinen Bewegungsangebot zusammen. Die Planungen dafür seien abgeschlossen. Jetzt warte man darauf, dass die Corona-Situation Trainingslager für die e-Sportler in Solingen wieder zulasse, so Lukosch.

Ob e-Sport tatsächlich als Sport angesehen werden soll oder nicht, wird seit Jahren diskutiert. Für Lukosch ist es ein Sport, der sich zuletzt immer mehr als solcher etabliere, auch in Vereinen. Aber: „Man muss die Leute akzeptieren, die sagen, es ist kein Sport.“ Er vergleiche es gerne mit Schach oder Schießen. Wenn das als Sport gelte, solle auch e-Sport als solcher gesehen werden, findet er. Zumindest wenn er wettbewerbsorientiert betrieben wird und es in den Spielen vorrangig um Sport-Themen oder Aspekte wie Strategie gehe. „E-Sport ist schon jetzt ein Wahnsinns-Markt.“ Fünf Milliarden Euro Umsatz mache der Bereich pro Jahr. Lukosch geht davon aus, dass sich der Stellenwert des e-Sports – auch wirtschaftlich gesehen – noch erhöhen werde. „Die Zukunft gehört dem e-Sport“, ist er sicher.