Serie: E-Mobilität kommt in Bewegung

Serie: E-Mobilität kommt in Bewegung

Die Stadtwerke-App "Klingen TankE" soll auf einer Karte Ladesäulen anzeigen und die Abrechnung regeln.

Der größte Feind des technischen Fortschritts ist die Skepsis - Elektro-Autos konnten in den letzten Jahren ein Lied davon singen: Einerseits scheuten manche Kunden unter anderem wegen fehlender Ladesäulen den Kauf eines derartigen Fahrzeuges. Andererseits lohnt sich die Schaffung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur aber nur, wenn die Bürger auch genug Elektroautos fahren. "Das ist das klassische Henne-Ei-Problem", bringt es Lisa Nohl, Pressesprecherin bei den Stadtwerken Solingen (SWS), auf den Punkt, betont aber zugleich: "Beide Seiten bewegen sich".

157 Elektroautos seien Stand Ende 2015 in der Klingenstadt zugelassen gewesen, berichtet derweil Christian Olbrisch vom SWS-Produktmanagement und schiebt hinterher: "Diese Zahl wird sich sicher in den vergangenen beiden Jahren erhöht haben, allerdings gibt es noch keine aktuellere Statistik." Um dem Thema Elektromobilität weiteren Auftrieb zu verleihen, hat der Solinger Energieversorger einen Kooperationsvertrag mit RheinEnergie und rund einem Dutzend weiterer Partner unterzeichnet. Gemeinsam bilden sie das Netzwerk "TankE".

Dessen Ziel ist es, Elektroladesäulen zu betreiben und auch die Abrechnung abzuwickeln. Eine in Kürze verfügbare App für das Smartphone soll den Kunden künftig dabei helfen, die nächste Ladestation zu finden. Installieren können sie die Nutzer von E-Autos über den Link auf der Website der Stadtwerke oder über den QR-Code an der jeweiligen Ladesäule. "Wichtig ist uns, dass man nicht nur die Säulen im Radius von 50 Kilometern rund um Köln findet", sagt Christian Olbrisch.

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So soll der Roaming-Verbund "Hubject" den Zugang zu sämtlichen weiteren Ladepunkten in Deutschland sicherstellen. Auch Tankmenge und Preis für das Aufladen des Fahrzeuges werden den Kunden über ihr Smartphone angezeigt. So soll mit der App in Zukunft auch die Bezahlung an bundesweit mehr als 5000 Ladesäulen geregelt werden.

Und auch den weiteren Ausbau der Infrastruktur haben sich die Partner des Netzwerks auf die Fahnen geschrieben: An 20 bis 25 Standorten wollen die Stadtwerke in Solingen Ladesäulen installieren - die ersten fünf noch im ersten Quartal diesen Jahres. "Wir warten noch auf einen Bescheid zur Förderung der Ladeinfrastruktur", sagt Christian Olbrisch. Beim Bundesverkehrsministerium hatten die SWS einen entsprechenden Antrag gestellt.

Prognosen gehen davon aus, dass bis ins Jahr 2030 zwischen 7000 und 8000 Elektroautos durch Solingen fahren werden. Damit es so kommt, braucht es aber wohl auch Vertrauen in die Infrastruktur. "Wichtig", betont Lisa Nohl, "ist das Signal, dass sich bei uns etwas bewegt."

(ied)