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Dürpelfest in Solingen: Ohligs ist drei Tage lang in Feierlaune

Tausende Besucher beim Dürpelfest in Solingen : Ohligs ist drei Tage lang in Feierlaune

Ob an den Bier- und Imbissständen, vor den Bühnen oder auf den Fahrgeschäften der Kirmes: Überall herrschte beim Dürpelfest am Wochenende prächtige Stimmung.

Am Ende war es doch wieder wie früher: Mit einem kühlen Getränk in der Hand umringten die Gäste die Buden, lachten und klönten. Die Kirmesbesucher kreischten auf der Schiffsschaukel „Nessy“ oder strampelten auf dem Kettenkarussell „Wellenflug“ vergnügt mit ihren Beinen – wie die zweieinhalbjährige Maila: Sie saß gut angeschnallt auf dem Partnersitz neben ihrer Mutter Alina Simon. Das neue Erlebnis schien dem kleinen Fahrgast gut zu gefallen: Fröhlich winkten beide Papa Tim Simon aus luftiger Höhe zu. „Wir leben seit fünf Jahren in Ohligs – und für uns ist es tatsächlich das erste Dürpelfest“, berichtete Alina Simon wieder mit festem Boden unter den Füßen. Am Samstagmittag durchstreifte die Familie, zu der auch die acht Monate alte Juna gehört, den Markt, gönnte sich ein paar gebrannte Mandeln – und blieb schnell am nächsten Fahrgeschäft, einem Kinderkarussell stehen. „Wenn wir einen Babysitter finden, kommen wir heute Abend nochmal und hören uns ein bisschen Musik an“, verriet Tim Simon die weiteren Pläne.

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Für tausende andere Besucher hatte das erste Dürpelfest seit drei Jahren schon am Vortag ausgelassen begonnen – wenn auch wegen der Sturmwarnung mit einigen Stunden Verzögerung. „Die ganze Woche hindurch war die Vorfreude riesengroß, alle haben sich darüber unterhalten, dass es endlich wieder losgeht“, beschrieb Michael Grah beim Schlendern über die Düsseldorfer Straße und die Nebenstraßen die Stimmung. Weder das Dauerthema Corona, noch die Baustelle im Ortskern oder die Wetterkapriolen konnten dem großen Fest letztlich etwas anhaben. Wer noch wenige Tage vor dem Aufakt am Ohligser Markt vorbeigekommen war, konnte sich schwerlich vorstellen, dass hier kurz drauf organisiert von den Schaustellerbetrieben Darmann Fahrgeschäfte, Spiel- und Imbissbuden ihre Gäste einladen würden. Schließlich klaffte ein tiefes Loch im Pflaster, Schutt und Geräte prägten das Bild auf dem Platz. Doch zum Fest war letztlich alles – wenn auch provisorisch – wieder hergerichtet: Lediglich auf den klassischen Autoscooter mussten die Besucher diesmal verzichten. Dafür kamen technikaffine Kinder auf ihre Kosten, wenn sie an der kleinen eingezäunten Fläche auf der Mitte des Platzes vorbeikamen, auf der dicht gedrängt Bagger und andere Fahrzeuge standen. Und selbst das Wetter, das andernorts erschreckende Auswirkungen hatte, passte sich früheren Jahren an. Als sich im Verlauf des Freitagabends die Düsseldorfer Straße füllte, ließ sich nach dem Regenguss sogar die Sonne blicken.

 Gute Stimmung gab es um den DJ an der Baustraße. Er traf den Geschmack der Zuschauer, viele tanzten.
Gute Stimmung gab es um den DJ an der Baustraße. Er traf den Geschmack der Zuschauer, viele tanzten. Foto: Peter Meuter

„Es ist eine Riesen-Genugtuung, dass wir nun wieder hier sind“, schwärmte Dennis Tobaschus. Er repräsentiert die zweite Generation des Stammtischs „Euftis“, der seit 1975 mit ihrem Bierstand dabei ist: „Für mich ist das Dürpelfest das, was für andere die fünfte Jahreszeit ist.“ So konnte auch die Pause dem Enthusiasmus der drei Familien, die hinter dem Stand stehen, keinen Abbruch tun. „Für uns war immer klar, sobald es losgeht, sind wir da“, sagte Tobaschus – und sprach damit für die vielen Freundeskreise und Vereine, die von Freitag bis Sonntag einmal mehr am Fest unter Federführung der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) beteiligt waren. Wie groß die Sehnsucht nach der Rückkehr des Volksfestes war, zeigten letztlich auch die Besucherzahlen, die die OWG für Freitag trotz aller Wetterkapriolen auf rund 25.000 bezifferte. „Das ist ein toller Vertrauensbeweis“, freute sich Organisatorin Gloria Göllmann.

 Alina Simon mit Tochter Maila, die bei ihrem ersten Dürpelfest gleich auf das große Kettenkarusel durfte.
Alina Simon mit Tochter Maila, die bei ihrem ersten Dürpelfest gleich auf das große Kettenkarusel durfte. Foto: Peter Meuter

Noch voller wurde es am sonnigen Samstag mit – laut Polizeiangaben – rund 35.000 Menschen. Und selbst am oft vergleichsweie ruhigeren Sonntag als Familientag zog es noch einmal große Scharen in die Ohligser Innenstadt. Das sorgte für viele glückliche Gesichter bei den Standbetreibern – und bei den auftretenden Musikern: Von der Pop-, Funk-, Hip Hop-Cover-Gruppe „The Proms“, deren Mitglieder auch auf der Bühne manches kleine Tänzchen ablieferten, über die „Juicy Souls“ bis zu „Mike & the Waiters“ rissen die Bands ihre Zuhörer mit.

Dass sich alle Anstrengungen für die Organisatoren offensichtlich lohnten, brachte Gloria Göllmann am Sonntag auf den Punkt. „Heute denke ich, wann kommt das nächste Dürpelfest?“ Und noch eine gute Nachricht: Die Polizei sprach am Sonntag von einem „ganz normalen Dürpel“. Zwischenfälle wie Rangeleien habe es am Wochenende nur wenige gegeben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Impressionen vom Dürpelfest 2022