Dürpelfest in Solingen-Ohligs „Man spürt, wie sehr sich die Leute freuen, feiern zu können“

Solingen · Zehntausende Menschen feiern an diesem Wochenende die 47. Auflage des Dürpelfests. Die bietet viele Gaumenfreuden von bewährten und neuen Buden, Musik und rasante Fahrgeschäfte.

Solingen: So schön war das Dürpelfest am Samstag​
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So schön war das Dürpelfest am Samstag

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Foto: Rouven Böttner

Die erste Bratwurst am rauchenden Schwenkgrill, das Treffen mit den Freunden am gewohnten Stand und sogar das Wetter, dass anfangs störrisch daherkommt und im Verlaufe des Festtages immer party-freundlicher wird: Mag sich beim Dürpelfest einiges in puncto Programm und Organisation geändert haben – manche Dinge bleiben eben doch immer gleich.

Inbegriff der Beständigkeit ist die hölzerne Pizza-Bude, die seit Jahrzehnten bei jeder Auflage des Volksfestes an der Ecke Düsseldorfer/Grünstraße steht – und damit zu den ältesten auf dem „Dürpel" gehört. „Die Leute fragen immer schon im Vorfeld nach der Pizza“, erklärt Robert Kottner am Samstagmittag. Vor zehn Jahren hatte er die Bude gemeinsam mit Freunden übernommen. Eine „Schnapsidee“ sei das gewesen: „Wir hatten bis dahin beim Dürpelfest immer an allen drei Tagen am selben Bierstand gestanden“, erzählt Kottner. Dann habe er erfahren, dass die damaligen Betreiber die Pizza-Bude abgeben wollten – und machte Nägel mit Köpfen.

Auch bei der 47. Auflage des Dürpelfestes reichen die Standbetreiber – vier befreundete Familien plus ein Single – nun jede Menge Pizzen über den hölzernen Tresen. „Man spürt, wie sehr sich die Leute freuen, feiern zu können“, sagt Kottner.
Dreimal in den vergangenen vier Jahren hatte das traditionsreiche dreitägige Volksfest in der Ohligser Innenstadt ausfallen müssen. Entsprechend groß war die Begeisterung über den Neustart nach Corona und dem Umbau der Fußgängerzone: Zehntausende tummeln sich an diesem Wochenende auf Markt, Düsseldorfer Straße und den Nebenstraßen.

Unter den rund 100 Ständen bietet die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) als Veranstalter manchen Neuling auf: Erstmals dabei ist die Pasta-Manufaktur „Primo Pasta“, die im Jahr 2023 im ehemaligen Ladenlokal der Metzgerei Strodtkötter an der Forststraße ihren neben Haan zweiten Standort eröffnet hatte. Hatten bei Strodtkötter einst Haxen und Currywurst die Gaumen unzähliger Dürpelfest-Besucher erfreut, erfüllen nun italienische Spezialitäten diese Aufgabe. „Für uns ist das auch eine wunderbare Möglichkeit, die Nachbarn noch besser kennenzulernen“, erzählt Manuel Primogeri, der das Geschäft gemeinsam mit seinem Bruder Moris betreibt. Streetfood-Erfahrung hat das Duo bereits bei der Haaner Kirmes gesammelt. „Auf dem Dürpelfest waren wir aber auch früher schon oft als Besucher und freuen uns sehr, jetzt unseren Beitrag dazu zu leisten“, sagt Primogeri.

Untrennbarer Bestandteil des Festes ist nach wie vor die Kirmes: Zwar haben sie die Baumaßnahmen im Stadtteil nach und nach kleiner werden lassen – ihre Anziehungskraft auf Familien und Jugendliche hat sie dennoch nicht eingebüßt, wie auch der Samstag zeigt: Lange Schlangen bilden sich vor der Schiffsschaukel „Nessy“, die manch einen Passagier zum Kreischen bringt – ebenso wie die seitwärts kreisende „Big Wave.“ Umlagert ist auch der Autoscooter, bei dem ruckartige Fahrmanöver und Kollisionen typischerweise nicht für Ärger und Entsetzen sorgen, sondern für herzhaftes Gelächter.

Und natürlich ist das Dürpelfest auch ein Fest der Musik: 70 Live-Künstler, darunter viele Bands und Solisten, aber auch Tanzgruppen und DJs treten am Wochenende auf den bewährten Bühnen an Bremsheyplatz, Wittenbergstraße, Forststraße, Grünstraße und unterer Düsseldorfer Straße auf – sowie auf der neu hinzugekommen Bühne an der umgebauten „Spinne.“ Erstmals präsentieren die Kulturvereine Cow Club und Waldmeister dort ihr Programm: „Wir konnten uns vor Anfragen von Bands kaum retten“, berichtet Benjamin Vitt, zweiter Vorstand von Waldmeister, am Samstag. Die Teilnahme am Dürpelfest sei eine tolle Werbung, und die Stimmung vor der Bühne wunderbar entspannt.

Apropos entspannt feiern: Wie fühlt es sich eigentlich an, nach Jahren als einfacher Besucher plötzlich an drei Tagen hinter dem Tresen arbeiten zu müssen? „Besser als vorher am Bierstand“, schwärmt Robert Kottner von der Pizza-Bude. „Unsere Kinder sind mit dabei und wir können hier wunderbar zusammen feiern.“

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