Dündar erhält Bachmann-Preis

Solingerin erhält Bachmann-Preis : Auszeichnung für Özlem Özgül Dündar

Vier Wahlgänge und zwei Stichwahlen waren erfolgt, dann stand Özlem Özgül Dündar als Gewinnerin des mit 10.000 Euro dotierten KELAG-Preises bei den 42. Tagen der deutschsprachigen Literatur fest.

Der Bachmann-Wettbewerb ging am Sonntag mit der Vergabe der Preise zu Ende. Den Hauptpreis erhielt die Ukrainerin Tanja Maljartschuk.

Özlem Özgül Dündar hatte den Textauszug „und ich brenne“ gelesen, in dem vier Ich-Erzählerinnen im Mittelpunkt stehen. Dündars Thema ist der Brandanschlag in Solingen. Die Autorin lässt Mütter, die das niedergebrannte Haus bewohnten, und eine Tätermutter zu Wort kommen. Die Jury fand Gefallen an dem Text, der durch vollkommende Abwesenheit von Großbuchstaben und Satzzeichen hervorsticht.

Özlem Özgül Dündar wurde 1983 in Solingen geboren. Sie studierte Literatur und Philosophie in Wuppertal und anschließend am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Dündar schreibt Lyrik, Prosa und szenische Texte, performt mit ihren künstlerischen Kollektiven GID, Kaltsignal und Kanak Attak Leipzig. Für ihr Theaterstück „Jardin d’Istanbul“ erhielt sie den Retzhofer Dramapreis. Sie veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien. Der Lyrikband „gedanken zerren“ ist 2018 im Elif Verlag erschienen.

Der jetzt mit dem KELAG-Preis ausgezeichnete Text „und ich brenne“ kann auf der Website des Bachmann-Preises gelesen und als PDF auch heruntergeladen werden. Auch die Lesung der Solingerin kann auf der Website angeschaut werden.

bachmannpreis.orf.at/

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