Drogenberatung Solingen wünscht sich mehr Hilfe für Abhängige

Hauptbahnhof : Drogenberatung wünscht sich mehr Angebote in Ohligs

Vor zwei Jahren wurde der Kontaktladen der Solinger Drogenberatung am Hauptbahnhof geschlossen.

Der Bericht unserer Redaktion über die Drogenszene am Solinger Hauptbahnhof hat hohe Wellen geschlagen. So schilderten am Mittwoch unter anderem Nutzer sozialer Medien im Internet ihre Erfahrungen mit weggeworfenen Spritzen am Osteingang des Bahnhofs. „Diese Dinger liegen dort überall herum“, berichtete zum Beispiel eine Frau, die regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist.

Der Zustand am Hauptbahnhof erfüllt auch die Jugend- und Drogenberatung „Anonym“ mit Sorge. Bis zum Jahr 2017 unterhielt die Hilfsorganisation in Ohligs sowie in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof an der Hansastraße einen sogenannten Kontaktladen, in dem die Süchtigen die Möglichkeit besaßen, gebrauchte Spritzen gegen neue Exemplare einzutauschen. Doch nachdem „Anonym“ vom Westen der Klingenstadt nach Mitte zum Entenpfuhl umziehen musste, gestaltet sich die Betreuung der Drogenabhängigen in Ohligs schwieriger als früher.

Dementsprechend würden es die Verantwortlichen der Jugend- und Drogenberatung begrüßen, wenn sie in Zukunft wieder mehr Präsenz am Hauptbahnhof zeigen könnten. „Es wäre sicherlich wünschenswert, wenn es gelingen würde, einen neuen Kontaktladen für Ohligs zu schaffen“, sagte der Leiter der Hilfseinrichtung, Norbert Schäfer, am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion. Zumindest jedoch könnte es sinnvoll sein, mit Streetworkern vor Ort zu sein, so Schäfer.

Aus eigener Kraft ist die Jugend- und Drogenberatung allerdings nicht in der Lage, neue Angebote für Ohligs zu schaffen. Denn die Organisation ist keineswegs auf Rosen gebettet und muss zusehen, wie sie mit städtischem Zuschuss sowie Spenden über die Runden kommt. Die Grundidee von „Anonym“ besteht darin, den Süchtigen nicht allein ungebrauchte Spritzen zu geben, sondern den Menschen umfassend zu helfen.