Solingen: Drei Grundschulen müssen Erstklässler ablehnen

Solingen : Drei Grundschulen müssen Erstklässler ablehnen

Angehende Erstklässler und ihre Eltern müssen sich gedulden: Erst Anfang Mai werden die Solinger Grundschulen die Aufnahmebescheide verschicken, kündigte Schulrätin Daniela Körber im Schulausschuss an. Die 1305 Kinder waren zwar bereits im November angemeldet worden. Weil jedoch erst die Aufnahme von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf geklärt werden muss, zieht sich das Verfahren in die Länge. In ihrer Sitzung diskutierten die Schulpolitiker jetzt die aktuellen Anmeldezahlen. Denn drei Grundschulen müssen Kinder abweisen.

An den Schulen Gerberstraße, Uhlandstraße und Weyer waren mehr Kinder angemeldet worden, als aufgenommen werden können. Dass die Zahlen öffentlich gemacht wurden, bevor die Bescheide an die Familien rausgehen, hatte für Unruhe gesorgt. "Eltern sind verunsichert, weil noch nicht klar ist, wer abgelehnt wird", sagte Helga Bisier (Grüne). Eltern, deren Kinder an eine andere Schule müssen als an die gewünschte, werden von den Rektoren beraten: "Es werden nicht einfach Ablehnungsbescheide verschickt", sagte Körber.

Mit Sorge haben die Verantwortlichen in der Schulverwaltung die Entwicklung bei einigen Grundschulen registriert, in denen auch Kinder mit Förderbedarf im gemeinsamen Lernen (GL) unterrichtet werden. Denn während sich im Schnitt 61,5 Prozent der Eltern für die wohnortnächste Grundschule entschieden haben, waren es bei den Schulen mit GL-Klassen nur 55,8 Prozent. "Wir müssen überlegen, wie wir diese Schulen dabei unterstützen können, attraktiver zu werden", sagte Ralf Zinsenheim von der Schulverwaltung. Aus welchen Gründen Eltern eine bestimmte Grundschule auswählen, sollte künftig per Fragebogen bei der Anmeldung abgefragt werden, regte der Ausschussvorsitzende Heinz-Eugen Bertenburg (FDP) an. An manchen Schulen haben mehr als die Hälfte der Kinder keinen Anspruch darauf, aufgenommen zu werden - weil es nicht die wohnortnächste ist.

(kris)