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Solingen: Draculas Zähne kommen aus Duisburg

Solingen : Draculas Zähne kommen aus Duisburg

Ihre maßgefertigten Vampirzähne bekommen Schauspieler in der Kaiserberg-Klinikin Duisburg verpasst. Claus Wilcke ("Percy Stuart") testete seine Beißer spaßeshalber direkt an einer der Mitarbeiterinnen.

Kaum einer, der Draculas Markenzeichen nicht kennt: die scharfen weißen Eckzähne. Der Untote aus Transsilvanien ist die wohl bekannteste unter den blutdürstigen Vampirgestalten. Ab heute steht der bekannte TV- und Theaterdarsteller Claus Wilcke im Kammerspielchen in Solingen in dem Stück "Graf Dracula" auf der Bühne. Vor Weihnachten war er in der Kaiserberg-Klinik zu Gast, wo er seine eigens für das Theaterstück auf sein Gebiss maßgeschneiderten Vampirzähne anprobierte.

 Dr. Richard Meissen (Ärztlicher Direktor), Schauspieler Michael Halbey (Dracula) und Claus Wilcke (van Helsing) bei der Anprobe (von links).
Dr. Richard Meissen (Ärztlicher Direktor), Schauspieler Michael Halbey (Dracula) und Claus Wilcke (van Helsing) bei der Anprobe (von links). Foto: Ralph Matzerath

Zuvor war bereits ein Abdruck gemacht worden, auf dessen Basis die Zahntechniker dann einen individuellen Zahnersatz angefertigt hatten. Mit rund 22 Millimeter Länge messen die Vampirzähne etwa doppelt so viel wie echte menschliche Zähne. Wichtig bei den künstlichen Beißern ist, dass sie nicht nur fest sitzen, sondern dass die Schauspieler die künstlichen Zähne nicht so sehr spüren. Denn das würde ihre schauspielerische Darstellung unter Umständen beeinflussen.

"Unser Ziel ist es, die Zähne so anzupassen, dass sich die Darsteller bei ihrer Aussprache sowie dem Bühnenspiel nicht gestört fühlen", sagt Dr. Richard Meissen, Ärztlicher Direktor der Kaiserberg-Klinik, der die Vampirzähne persönlich den Darstellern Claus Wilcke (in der Rolle des Vampirjägers Professor Dr. Dr. Abraham van Helsing) und Michael Halbey (alias Dracula) einsetzte.

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Nanu, ein Vampirjäger mit Vampirzähnen ? Ja, das trifft in diesem Stück zu. "Er bekommt die Vampirzähne etwa im letzten Drittel. Genaueres wird aber noch nicht verraten", sagt Michael Halbey, der den Grafen Dracula spielt. Nur eines scheint sicher: Am Ende wird der Vampirjäger van Helsing Erfolg haben und den blutrünstigen Untoten besiegen. Schauspieler Claus Wilcke jedenfalls glaubt an Dinge wie Seelenwanderung, wie er während der Anprobe der künstlichen Zähne erzählt: "Es gibt Statistiken und Bücher, dass auf einem Friedhof Unruhe ist. Dort gibt es Gespräche zwischen den Toten", ist der 75-Jährige sicher. Er selbst will möglichst lange fit bleiben und hat nichts dagegen, seinen persönlichen Schlussakt eines Tages auf der Bühne zu geben.

Sein Schauspieldebüt gab Wilcke 1958 in dem Spielfilm "Meine 99 Bräute und ich". Es folgten Rollen in Produktionen wie "Via Mala" (mit Gert Fröbe) und "Freddy und der Millionär" (mit Freddy Quinn). Bundesweite Bekanntheit erreichte er durch die Verfilmung des Groschenromans um den draufgängerischen Millionär Percy Stuart. Bis heute ist Wilcke ein ständiger Gast in Film- und Fernsehproduktionen (etwa "Soko 5113", "Der Alte", "Die Männer vom K3", "Sylter Geschichten" und "Balko"). Darüber hinaus ist er als Synchron- und Hörspielsprecher tätig.

Seit zehn Jahren ist Wilcke Patient von Dr. Meissen. Und der hatte schon während der Laufzeit des Musicals "Tanz der Vampire" in Oberhausen (2008 - 2010) mit seinem Team sein Können abseits des Üblichen unter Beweis gestellt: Schon damals wurden alle Vampire des Stücks mit Zähnen aus der Kaiserberg-Klinik ausgestattet. Eine Tatsache, die die Anfragen nach den spitzen Eckzähnen urplötzlich in die Höhe schnellen ließ. Doch wer nun meint, sich hier für die nächste Karnevals- oder Halloweenparty sein eigenes Vampirgebiss anfertigen lassen zu wollen, der muss tief in die Tasche greifen: Rund 500 Euro kostet eine Maßanfertigung.

(RP)