Dr. Erich Theo Merholz verlässt die St. Lukas-Klinik in Solingen

Dr. Erich Theo Merholz verlässt die St. Lukas-Klinik : Echter Teamspieler geht in den Ruhestand

Dr. Erich Theo Merholz war 42 Jahre in der St. Lukas Klinik, seit 2015 als ärztlicher Direktor. Er engagiert sich weiter sozial.

Es gibt Dinge, die ändern sich scheinbar nie. Seit Kindertagen ist Dr. Erich Theo Merholz Anhänger von Schalke 04. Weswegen der scheidende Ärztliche Direktor und Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der St. Lukas Klinik in Ohligs am Wochenende einmal mehr keine rechte Freude am Auftritt seines Teams hatte. Denn in der Nachspielzeit kassierten die Schalker im Spiel gegen Köln noch den Ausgleich.

Ohnehin warten die „Knappen“ schon seit 1958 auf eine erneute Meisterschaft – wohingegen die Entwicklung in der Medizin immer weiter voranschreitet. „Im Bereich der minimalinvasiven Chirurgie und in der inneren Medizin hat es richtige Revolutionen gegeben“, erinnerte Dr. Merholz, der am Mittwoch offiziell in den Ruhestand verabschiedet wird, jetzt noch einmal an die tiefgreifenden Veränderungen, die auch vor seinem Fach nicht Halt machten.

So kommt in der MKG-Chirurgie der St. Lukas Klinik, die zu den führenden Einrichtungen ihrer Art in ganz Deutschland gehört, inzwischen ein 3D-Drucker zum Einsatz, mit dem Modelle für Implantate angefertigt werden und der unter anderem ein Beispiel dafür abgibt, dass es den Verantwortlichen der zur Kplus-Gruppe gehörenden Lukas Klinik in den vergangenen Jahrzehnten gelungen ist, das Ohligser Krankenhaus zu einem „echten Klinikum“ (Erich Theo Merholz) auszubauen.

Merholz selbst hatte seinen Dienst in der St. Lukas Klinik im Jahr 1977 angetreten. Seit 1983 arbeitete der gebürtige Solinger als Oberarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, im Oktober 1985 übernahm der heute 68-Jährige die kommissarische Leitung der Abteilung. Einige Monate später, im Januar 1986, erhielt Merholz auch seine offizielle Berufung zum Chefarzt, seit 2015 war er schließlich Ärztlicher Direktor.

Daneben engagiert sich der praktizierende Katholik sozial. Mitte der 80er Jahre begann Merholz die Einzelfallhilfe für das Oberhausener Friedensdorf. So wurden mehr als 100 Kinder aus Krisengebieten wie Afghanistan in der St. Lukas Klinik und dort vor allem in der MKG-Chirurgie versorgt. In den 90er Jahren war Merholz Mitbegründer der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft zur Förderung der Medizin in Vietnam, die zahlreiche Operationen in dem südostasiatischen Land durchführt. Und seit 2001 engagiert sich der Solinger zudem im OP-Projekt „Hilfe für Peru“. „Das ist mein Baby“, sagte Merholz am Dienstag. Hervorgegangen ist das Projekt in der Kirchengemeinde St. Clemens, der Erich Theo Merholz angehört. Immer wieder fahren er und andere Mediziner nach Südamerika, um Kinder zu operieren.

„Es ist schön, wenn man das Schicksal der Kinder positiv beeinflusst“, betonte Merholz, der darauf verwies, dass in den Krankenhäusern der Kplus-Gruppe – trotz des harten Wettbewerbs am Markt – der Name des Trägers Caritas („Nächstenliebe“) weiter mit Leben gefüllt werde. Besonders erfreut zeigte sich der Mediziner darüber hinaus darüber, dass das Peru-Projekt von seinem Nachfolger als Chefarzt der MKG-Abteilung, Dr. Markus Martini, fortgeführt wird. So steht im kommenden Jahr die nächste Reise nach Peru an.

Schon seit Sommer hatten Merholz und Nachfolger Martini miteinander gearbeitet, um den Übergang in der Abteilung zu erleichtern. Nachfolger auf dem Posten des Ärztlichen Direktors ist Dr. Markus Meibert. Dieser stellte wie der stellvertretende Ärztliche Direktor Dr. Volker Spartmann und wie der Geschäftsführer der Kplus-Gruppe, Wolfram Bannenberg, am Dienstag die Verdienste von Erich Theo Merholz heraus. So brachte sich Merholz etwa als NRW-Vizechef im Verband Leitender Krankenhausärzte und als Fraktionsmitglied des Marburger Bundes ein. Seit 2019 ist der Solinger überdies Präsident beim Europäischen Dachverband der Leitenden Krankenhausärzte.

Merholz selbst gab das Lob gerne zurück. „Wir sind in der St. Lukas Klinik eine prima funktionierende Mannschaft“, unterstrich der Fußballfan.

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