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Dorper Kirche in Solingen: Turm wird saniert

Denkmalschutz in Solingen : Dorper Kirche: Turm wird saniert

Fast das gesamte Jahr 2019 wird der Kirchturm eingerüstet sein. Von 2004 bis 2007 war bereits das Haupthaus restauriert worden.

Sie gehört zu den weithin sichtbaren Landmarken Solingens. Seit 1914 thront die Dorper Kirche über dem Osten der Stadt. Doch in den kommenden Monaten müssen sich die Betrachter des denkmalgeschützten Gebäudes an einen neuen Anblick gewöhnen. Denn spätestens Mitte Januar wird der Turm des evangelischen Gotteshauses an der Schützenstraße wohl vollständig hinter hohen Baugerüsten verschwinden.

Der Hintergrund: Nachdem das Schiff der Kirche bereits in den Jahren zwischen 2004 und 2007 einer Sanierung unterzogen worden ist, steht nunmehr die Instandsetzung des rund 30 Meter hohen Turmes auf dem Programm. Wie es am Donnerstag aus der evangelischen Kirchengemeinde Solingen-Dorp hieß, soll dieser Teil des Bauwerks aus dem frühen 20. Jahrhundert ebenfalls umfassend renoviert sowie für die folgenden Jahrzehnte gesichert werden.

„Die Baugerüste sind mittlerweile angeliefert. Es ist unter anderem vorgesehen, den Turm neu zu verputzen“, sagte Pfarrer Joachim Römelt auf Anfrage. Denn bei der ersten Sanierung vor einigen Jahren hatten sich die Verantwortlichen zunächst darauf beschränkt, einzig die gröbsten Schäden an dem Turm zu beseitigen, während alles andere auf einen späteren Zeitpunkt verlegt wurde.

Ein Zeitpunkt, der jetzt gekommen ist. Nach den momentanen Plänen wird sich die Sanierung des Kirchturms über mehrere Monate erstrecken. Geht alles nach den Vorstellungen der Gemeinde, sollen sich die Arbeiten bis in den November ziehen, ehe der Turm in neuem Glanz erstrahlt.

Wie bei der Restaurierung des Hauptgebäudes in der Zeit von 2004 bis 2007 wird die Maßnahme wieder von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz begleitet, die am Donnerstag ihrerseits noch einmal die bisherigen Anstrengungen für den Erhalt der Dorper Kirche sowie die damit einhergehende Kooperation hervorhob.

„Die seit gut 15 Jahren mit Beteiligung der treuhänderischen Bürgerstiftung Dorper Kirche in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz laufende Instandsetzung der Kirche in Solingen-Dorp ist ein vorbildliches, von bürgerschaftlichem Engagement getragenes Projekt“, sagte eine Sprecherin der Stiftung Denkmalschutz.

Umsonst wird die Renovierung des Gotteshauses allerdings auch diesmal nicht zu haben sein. Wie schon während der ersten Sanierung sollen erneut Spenden helfen, das Vorhaben zu stemmen, wozu die Gemeinde sowie die Stiftung Denkmalschutz kommende Woche nähere Informationen geben. Vor rund eineinhalb Jahrzehnten war durch private Spender beispielsweise eine Summe von anderthalb Millionen Euro aufgebracht worden, die anschließend in die Instandsetzung der Kirche floss.

Die Bürgerstifung Dorper Kirche war im Jahr 2004 von Thomas und Beate Busch gemeinsam mit der Gemeinde ins Leben gerufen worden. Das Stiftungskapital darf bis zum heutigen Tag nicht angetastet werden. Ausschließlich die anfallenden Zinserträge sind dafür vorgesehen, in die Sanierung des Bauwerks zu fließen, wodurch langfristig Kapitel zum Erhalt der Kirche zur Verfügung steht.

Dabei blickt die Dorper Kirche in ihrem fast 105-jährigen Bestehen auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus beim großen Luftangriff auf Solingen im November 1944 schwer getroffen. Damals brannte der Dachstuhl des Schiffes ab, der Innenraum war in der Folge über Jahre hinweg Witterungseinflüssen ausgesetzt. Erst 1953 konnte die ­Kirche wieder hergerichtet werden.