Dirtshakes kehren auf die Bühne zurück

Dirtshakes: Rock’n’Roll-Revival im Waldmeister

Die Musiklegenden Dirtshakes sind zurück und geben am Freitag ein Konzert.

„Solingen – Rock City No. 1“ – den Spruch kennt fast jeder. Erfinder dieses Markenzeichens ist Jens Stuhldreier, Sänger und Gitarrist der Dirtshakes, die die Solinger Musikszene in den frühen 2000ern prägten wie kaum eine andere Band. „Wir hatten einmal im Monat in der Cobra den Rock’n’Roll-Freitag, an dem wir zusammen mit anderen Bands der Szene gespielt haben“, erinnert sich Jens Stuhldreier.

Etwa 150 Bands gab es zu der Zeit in Solingen. Das Garagen-Rock-Revival war auch durch internationale Bands wie die Strokes und Hives voll im Gange und die Dirtshakes – damals alle in ihren Dreißigern – waren so etwas wie die Keimzelle der Solinger Szene, die mit jungen Bands wie den Floozies und Phonotones neu aufblühte.

Jens Stuhldreier war mit seinem Bruder Jörg schon ab Ende der 80er in diversen Bands aktiv. Den bleibendsten Eindruck hinterließen sie als Embryonics. Mit zahlreichen Touren durch Europa und die USA legten sie einen neuen Maßstab für Bands aus der Region und zeigten, dass man auch ohne eine große Plattenfirma im Rücken viel erreichen konnte. Ihre Singles kamen auf dem damals neuen Düsseldorfer Label Unique Records raus, das auch heute noch Platten von Solinger Bands veröffentlicht.

Als es Mitte der 90er mit den Embryonics zu Ende ging, machten drei der Musiker mit anderen erfolgreichen Projekten weiter. Gitarrist Lutz Räuber war bei der Powerpop-Band Cheeks, Jörg Stuhldreier bei den Garagen-Surfern Cave 4 und Jens Stuhldreier konnte mit den Jet Bumpers sogar den Musiksender Viva knacken und feierte kommerziell seine größten Erfolge.

  • Solingen : Frauen waren eine Bereicherung beim Schülerrockfestival

Für eine Dokumentation über vier Punkrocker, die gerade 30 geworden sind, sollte dann Jens Stuhldreier interviewt werden. „Zu dem Zeitpunkt gab es die Jet Bumpers zwar nicht mehr, aber ich wollte zum Film trotzdem Musik beisteuern“, erzählt der Musiker. So musste eine neue Band her. Wieder zusammen mit Bruder Jörg, dem Cave-4-Gitarristen Öli und Schlagzeuger Timo wurden 2000 die Dirtshakes aus der Taufe gehoben.

„Musikalisch haben wir dort angeknüpft, wo ich mit den Jet Bumpers aufgehört habe“, so Stuhldreier: „Raw Action Roll – quasi Punkrock à la Ramones mit Chuck-Berry-Gitarren.“ Die erste Platte „The Kicks Are Alright“ wurde bei Alien Snatch Records veröffentlicht, und Konzerte ließen nicht lange auf sich warten. „Wir waren damals aber schon alle im Beruf und haben es etwas ruhiger angehen lassen als noch zu Embryonics-Zeiten“, erzählt Jörg Stuhldreier.

Mitte der 2000er war auch hier die Luft raus und das letzte Album „At The Action Thriftstore“ liegt bis heute unveröffentlicht in der Ecke. Die Dirtshakes gibt es allerdings wieder – zwar eher auf sporadischer Basis, aber in Urbesetzung und mit allen alten Hits. „Wir wurden 2015 für das ,Get Lost Festival‘ in Hamburg angefragt und haben es noch mal versucht“, erzählt Jens Stuhldreier. Es folgte eine ausverkaufte Show im Sonic Ballroom in Köln, und morgen geht es erstmals zurück in die Heimatstadt. Im Waldmeister spielen die Dirtshakes zusammen mit drei befreundeten Bands, mit denen sie schon in ihrer Jugend die Bühnen teilten. „Wir freuen uns auf einen tollen Abend mit vielen Freunden“, sagt Jens Stuhldreier.