Ein Meilenstein in Solingen: Die ZDS investiert fünf Millionen Euro

Ein Meilenstein in Solingen : Die ZDS investiert fünf Millionen Euro

Die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenindustrie will jetzt an der De-Leuw-Straße in Gräfrath das Berufsinternat II bauen. Im Juni/Juli rollen die Bagger an, im März kommenden Jahres soll der Neubau stehen.

Für die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS) in Gräfrath ist es ein wichtiger Schritt. Geschäftsführer Andreas Bertram spricht gar von "einem Meilenstein": Fünf Millionen Euro investiert die Schule für das Berufsinternat II. "Mit dem Neubau können wir alle unsere Auszubildenden auf dem Gelände an der De-Leuw-Straße 1-9 betreuen. Das ist für die Lehrer, die Auszubildenden sowie die pädagogische Arbeit gut", sagt Bertram. Bisher ist ein Teil der Auszubildenden noch in der einstigen Gräfrather Jugendherberge untergebracht. Die hatte die ZDS gekauft.

" ZDS-Direktor Andreas Bertram (l.) und der Jurist Dr. Norbert Zimmermann freuen sich über das neue Berufsinternat II. Foto: Vetter

Läuft alles nach Plan, können die Azubis im März / April 2019 in den Neubau neben dem bisherigen Berufsinternat I an der De-Leuw-Straße einziehen. "Eine Baugenehmigung liegt vor, ein Nachtrag dafür ist allerdings erforderlich. Der geht diese Woche heraus", sagt Dr. Norbert Zimmermann. Er ist juristischer Berater der ZDS, tritt in diesem Fall mit der Firma Kissel Plus aber auch als Bauherr auf. "Der Neubau wird - wie beispielsweise in Kanada üblich - in den oberen Geschossen in Holztafelbauweise entstehen, das Objekt bekommt gleichwohl eine Putzfassade", betont Zimmermann. Er geht davon aus, dass im Juni/Juli dieses Jahres die Bagger auf der Baustelle in Gräfrath anrollen werden. Eventuell im August kann mit den Arbeiten am Fundament begonnen werden.

33 Zimmer werden im Berufsinternat II entstehen, die einzeln oder aber doppelt belegt werden können. Im Erdgeschoss werden die Gemeinschaftsräume vorgehalten, darüber wird es drei Geschosse geben. "Während des Aushubs der Baugrube werden wir entscheiden, ob wir das Gebäude unterkellern. Das hängt von der Bodenbeschaffenheit ab", erklärt Zimmermann mit Blick auf möglichen felsigen Untergrund. Sollte man unterkellern, müsste die Baugenehmigung erneut geändert werden.

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In der ZDS werden die Ausbildungsberufe "Süßwarentechnologe/in" und "Fachkraft für Lebensmitteltechnik" beschult. Ferner gibt es Vorbereitungslehrgänge für die Industrie-Meister-Prüfung und die Ausbildung zum Staatlich geprüften Lebensmitteltechniker. Seit 2016 wird auch die Möglichkeit eines ausbildungsbegleitenden dualen Studiengangs Süßwarentechnologe/in und Bachelor of Science Lebensmitteltechnologie (Back- und Süßwarentechnologie) angeboten. Hinzu kommen Weiterbildungsangebote.

Durchschnittlich 90 bis 100 Auszubildende im Süßwarenbereich und 40 bis 50 aus der Lebensmittelklasse sind pro Jahrgang vor Ort in Gräfrath. Über alle Jahrgangsstufen sind es rund 450, "aber nur 130 bis 150 sind gleichzeitig da", so Andreas Bertram. Das Aus- und Weiterbildungsinstitut für alle Bereiche der Süßwarenindustrie sieht er gut aufgestellt. "Beim Neubau-Projekt haben wir auch sehr große Unterstützung vom ZDS-Vorstandsvorsitzenden Andreas Coppenrath erfahren", freut sich der Geschäftsführer.

Die ehemalige Jugendherberge in Gräfrath wird im Eigentum der ZDS bleiben - auch wenn im kommenden Jahr die Auszubildenden ausziehen. Möglicherweise, so Bertram und Zimmermann, soll die Herberge zu einem Schulungszentrum umgebaut werden. "Wir müssen uns Gedanken machen, wie das Haus künftig genutzt wird", sagen Andreas Bertram und Norbert Zimmermann. Hier sei man auch in Gesprächen mit der Stadt.

Denn Wunsch ist es auch, in der ehemaligen Jugendherberge Gäste für den Aus- und Weiterbildungsbereich unterzubringen. "Die ZDS hat Auszubildende und Weiterbildungsgäste aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie ist damit ein wichtiger Werbeträger für die Stadt", sagt Andreas Bertram.

Und Weiterbildung insbesondere für Erwachsene ist für die ZDS mit eine Zukunftsoption. "Hier werden wir Angebote unterbreiten", sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Weiterentwicklung der ZDS. Er würde sich wünschen, dass im Bereich der ZDS, der Fauna, des Seniorenheims und der Wohnhäuser ausreichend Parkplätze vorhanden sind. "Die ZDS stellt genügend Stellflächen bereit", sagt Jurist Zimmermann. Sollte die Stadt weitere Bewohnerparkplätze ausweisen, "würde das der ZDS schaden", erklärt Andreas Bertram.

(uwv)
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