Ansichtssache: Die Zahl der Parkplätze wird zu einem Problem in Ohligs

Ansichtssache : Die Zahl der Parkplätze wird zu einem Problem in Ohligs

Die Stellflächen im O-Quartier reichen nicht aus, das lässt sich schon heute absehen. Die Folge könnte Krach unter den Nachbarn sein.

Es war eine Nachricht, auf die die meisten Ohligser ein geschlagenes Jahrzehnt gewartet hatten: Seit kurzer Zeit laufen die Abbrucharbeiten an den verbliebenen Überresten der alten Textilfabrik Olbo am Marktplatz. Bis zum Jahr 2021 will der Investor Kondor Wessels auf dem Areal das neue O-Quartier bauen, das insgesamt rund 300 Wohnungen umfassen wird.

Der Boom-Stadtteil Ohligs boomt also weiter. Mehrere hundert zusätzliche Einwohner werden nicht nur dafür sorgen, dass der Solinger Westen jünger wird. Nein, die Neuen bringen auch weitere Kaufkraft nach Ohligs, das darüber hinaus in absehbarer Zeit im Globus-Haus, das von der Stadtsparkasse Solingen übernommen wurde, den lang ersehnten Lebensmittelvollsortimenter erhält.

Wobei es die Kunden des Supermarktes gut haben dürften. Auf sie wartet nämlich im Olbo-Haus ein Parkhaus mit an die 100 Stellplätzen - was nach menschlichem Ermessen langen sollte. Ob allerdings die geplante Anzahl der Parkplätze im O-Quartier ausreichen wird, bleibt abzuwarten. Derzeit kalkuliert der Investor mit knapp 250 Stellflächen für die Bewohner und ihre Gäste. Was bei Lichte betrachtet einer ziemlich optimistischen Rechnung gleichkommt. Denn demnach hätte nicht einmal jede Familie einen Parkplatz. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass Familien oftmals sogar mehr als ein Auto besitzen, so dass man sich an fünf Fingern abzählen kann, was folgen wird. Die neuen Bewohner weichen in die umliegenden Straßen aus und werden so zu einer Parkplatz-Konkurrenz der dort lebenden Bürger. Eine Aussicht, die Nachbarschaftskrach befürchten lässt.

Aus diesem Grund ist es gut, dass Stadtdirektor Hartmut Hoferichter in dieser Woche klarstellte, dass bei der Zahl der Parkplätze im O-Quartier ein bisschen Luft nach oben ist. Reichen dürfte aber auch das nicht. Die Stadt sollte deshalb noch einmal mit dem Investor sprechen. Allein auf E-Mobilität und Car-Sharing zu setzen, ist jedenfalls zu wenig. Diese beiden Bereiche werden bis 2021 nicht soweit ausgebaut sein, dass genügend Menschen aufs eigene Auto verzichten können.

(RP)