Ansichtssache: Die Stadt darf in der City nicht noch mal Geld versenken

Ansichtssache: Die Stadt darf in der City nicht noch mal Geld versenken

Soll die Hauptstraße eine Zukunft haben, sind die Hauseigentümer gefragt. Öffentliche Gelder sind genug geflossen - ohne Erfolg.

Die Uhr tickt. Es wird lediglich noch ein paar Monate dauern, dann dürfte mit Intersport Borgmann der letzte Anker-Händler der unteren Hauptstraße den Rücken kehren und so ein für alle mal das deutlich machen, was eigentlich schon seit Jahren jedem klar sein müsste. Der untere Bereich der Solinger Fußgängerzone ist abgehängt.

Was im Übrigen nicht allein für den Einzelhandel gilt, der sich zwischen Entenpfuhl sowie Stein längst fast nur noch aus Billiganbietern zusammensetzt. Nein, auch sonst gehört die untere Hauptstraße inzwischen zu jenen Gegenden in Solingen, die - zurückhaltend ausgedrückt - nicht die besten sind. Eine exklusive oder wenigstens gefragte Wohngegend ist das Quartier jedenfalls kaum.

Machen wir uns also nichts vor: Die untere Hauptstraße wird noch lange eines der Sorgenkinder in der City bleiben - zumal man es in diesem Bereich mit sehr vielen unterschiedlichen Akteuren und damit mit bisweilen ganz verschiedenen Interessen zu tun hat.

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Dementsprechend sollte niemand Wunderdinge erwarten, wenn die Stadt kommende Woche einen Zwischenbericht zum Projekt "City 2030" gibt. Gerade was die untere Hauptstraße betrifft, kann es nach Lage der Dinge momentan einzig darum gehen, einen weiteren Abwärtstrend zu verhindern. Das wird schon schwer genug werden. Denn viele der dortigen Hauseigentümer haben es versäumt, zeitig in die Modernisierung der Gebäude beziehungsweise der Wohnungen zu investieren. Mit der Folge, dass neue Konzepte in Richtung Wohnen sowie Dienstleistung gut klingen, aber gewiss nicht von heute auf morgen umzusetzen sein werden.

Vergleichbares gilt darüber hinaus für den dritten, oftmals genannten Punkt: Gastronomie. Ganz ehrlich: Am Neumarkt werden in Kürze Gastronomen ihre Lokale renovieren. Und ferner ist es auch eines der Ziele für die Clemens-Galerien, neue Ausgehmöglichkeiten zu schaffen, so dass für die untere Hauptstraße wohl nicht mehr so viel übrig bleiben wird.

Weswegen die Stadt nicht noch einmal den Fehler begehen darf, öffentliche Gelder zu versenken. Das geschah zuletzt bei der Umgestaltung des Entenpfuhls, die bis heute nichts bewirkt hat. Es führt kein Weg daran vorbei: Eine Stabilisierung der unteren Fußgängerzone - und um mehr geht es derzeit nicht - kann nur von den Immobilienbesitzern in Gang gesetzt werden.

(RP)
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