Solingen: Die Solinger Industrie schwächelt

Solingen : Die Solinger Industrie schwächelt

Die Umsätze der klingenstädtischen Industrieunternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten sind erneut zurückgegangen. Von Januar bis einschließlich November um 11,2 Prozent. Die Exportwerte gingen um 13,7 Prozent zurück.

Die Konjunktur boomt - allgemein. Schon mehr als sieben Jahre lang. Doch die Solinger Industrie, zumindest die Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten, schwächelt. Seit Monaten bereits. Wie ein Roter Faden ziehen sich die Minuswerte bei den Umsätzen beim monatlichen Datendienst zur konjunkturellen Entwicklung im Bergischen Städtedreieck der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Zuletzt, von Januar bis einschließlich November, wurde der Solinger Industrie ein Rückgang von 11,2 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2016 bescheinigt. Allein im November 2017 gingen die Umsätze in der Klingenstadt nach Zahlen der IHK um 12,8 Prozent zurück. Die Exportwerte sackten im Verlauf des vergangenen Jahres um 13,7 Prozent ab.

Dagegen können sich die Wuppertaler Unternehmen noch über einen Zuwachs freuen - wenngleich der mit einem Prozent nicht gerade üppig ausfällt. Remscheider Betriebe reiben sich dagegen die Hände: Hier schnellten die Umsätze im vergangenen Jahr um 16,4 Prozent in die Höhe, die Exportwerte gar um 21,1 Prozent.

Für IHK-Geschäftsführer Uwe Mensch besteht angesichts der Minuswerte für die Solinger Industrie indes kein großer Anlass zur Sorge. "Wir haben ein hohes Umsatzniveau erreicht. Die Zahlen jetzt haben weniger konjunkturelle, als strukturelle Gründe", sagt Uwe Mensch.

Zumal die Industrie für die Solinger Wirtschaft auch nur ein Teilsegment darstellt - und in die Statistik nur Firmen mit 50 und mehr Beschäftigten einfließen. Die vielen kleinen Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern würden somit gar nicht erfasst. Das könne zu Verzerrungen führen. Gleichwohl sieht Uwe Mensch im Industriebereich bei der nach wie vor dominierenden Schneidwaren- und Besteckindustrie derzeit, dass es dort wohl nicht ganz so rosig aussieht. "Die Stimmung sowie die künftigen Erwartungen sind aber auch in der Klingenstadt im Plus", sagt der IHK-Geschäftsführer mit Blick auf die jüngste Konjunkturumfrage der Kammer.

Die Umfragewerte will die IHK am 1. Februar veröffentlichen. Allgemein kann der IHK-Geschäftsführer aber auf die Aussagen des IHK-Präsidenten Thomas Meyer verweisen. Der sagte vergangene Woche beim Neujahrsempfang in der Historischen Stadthalle Wuppertal: "Die Wirtschaft im Bergischen Städtedreieck zeigt sich äußerst robust und gut in Schuss: 39 Prozent der Unternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage, weitere 57 Prozent sind zufrieden." Der Optimismus sei ungebrochen. "Die Geschäftserwartungen sind noch einmal besser, als 2017", sagte Meyer. 2018 werde wohl ein tolles Jahr werden.

Diese Aussagen würden durch die jüngste Konjunkturumfrage untermauert. So sind beispielsweise sechs von zehn Unternehmen höher als normal ausgelastet, es werden Erweiterungsinvestitionen geplant und Personal gesucht. Das treffe auf den gesamten Kammerbezirk zu. "Die Pfeile zeigen nach oben - auch in Solingen", so Uwe Mensch. "Wobei Remscheid derzeit ganz vorne liegt, gefolgt von Wuppertal. Solingen folgt mit Abstand - liegt aber weiter im Plus."

(uwv)
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