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Solingen: Die Schlangenfrauen

Solingen : Die Schlangenfrauen

Mit dem Chinesischen Staatscircus sind viele ungewöhnliche Artisten nach Solingen gekommen. Zwei von ihnen sind Kontorsionistinnen, die ihre Körper in die ungewöhnlichsten Positionen bringen können.

Die Chinesin Sun Qing Qing ist gerade einmal 27 Jahre alt und doch hat sie es schon zu einem ungewöhnlichen Titel gebracht. "Man nennt mich hier die Großmutter der Schlangenmädchen", erzählt sie lachend. Vielleicht kokettiert die Artistin ja zu Recht mit ihrem Alter, denn sie hat bereits eine Karriere hinter sich, die sie durch alle Teile der westlichen und östlichen Welt führte.

Vom achten Lebensjahr an lernte sie in einer namhaften chinesischen Talentschmiede die Kunst des Körperverbiegens und wurde auch in allen anderen Sparten der Akrobatik und Circuskunst ausgebildet. Mit einer strengen Tageseinteilung wird in den Circusschulen intensiv geübt, für allgemeine Ausbildung blieben nur die Abendstunden. Ihr entschlossener Wille, eine perfekte Künstlerin zu werden, hielt sie acht Jahre bei der Stange. Sie wollte die beste Kontorsionistin werden, der 2. Platz bei einem ersten Wettbewerb in Europa war eher ein Enttäuschung.

Seit drei Jahren stellt Sun Qing Qing ihr Können und ihre Erfahrung in den Dienst des Chinesischen Nationalcircus. Sie hat eine wunderschöne Choreographie für das große Artistenensemble entworfen und reist regelmäßig als Talentscout durch China, besucht die vielen Circusschulen auf der Suche nach neuen Talenten. In Hefei, der Hauptstadt der Provinz Anhui, begegnete sie dem Ausnahmetalent Li Shuang. Die schüchterne 16-jährige Artistin ist zum ersten Mal im Ausland, in der Fernsehshow "Verstehen Sie Spaß" hatte sie mit ihrer Truppe den ersten Auftritt in Deutschland. Die junge Artistin zeigt ihre atemberaubende Handstand-Nummer. "Ich habe sie ein wenig unter meine Fittiche genommen" erzählt Sun Qing Qing, "für sie ist alles neu auf der Tournee."

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Eine Heimat fürs Leben

Wer im Kindesalter die Aufnahme in eine der chinesischen Circusschulen schafft und dabei bleibt, der hat eine Heimat für das ganze Leben gefunden. "Wir bleiben immer der Schule verbunden" erzählt die Choreographin. "Acht bis zehn Jahre dauert die Ausbildung, dann üben wir unseren Beruf aus so lange es geht, und nach der Karriere gehen wir als Lehrer oder für einen anderen Job an unsere Schule zurück."So wird es auch Li Shuang machen, aber sie steht ja erst am Anfang ihrer Laufbahn. An jedem Tag absolvieren die Artisten zwei Vorstellungen, montags ist Ruhetag. "Darauf freuen wir uns immer" erzählt Sun Qing Qing mit Blick auf ihre junge Kollegin, "dann gehen wir zwei nämlich immer shoppen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Chinesische Artisten zeigen in Solingen ihr Können

(RP)