Solingen: Die Pracht des 18. Jahrhunderts blüht auf

Solingen: Die Pracht des 18. Jahrhunderts blüht auf

Der Filmclub Solingen drehte am Wochenende auf Schloss Burg einen Mantel- und Degenfilm.

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, bei der Besichtigung eines Schlosses oder einer alten Burg plötzlich Figuren aus längst vergangenen Zeiten über den Weg zu laufen? Andreas Klüpfel, Vorsitzender des Filmclubs Solingen, hat diese Idee auf Leinwand gebannt: Von Freitag bis Sonntag versammelte er zu diesem Zweck mehr als 30 Darsteller auf Schloss Burg. Und die ahnungslosen Besucher des Museums staunten nicht schlecht, als sie in der Ahnengalerie Soldaten in Uniform mit Degen und einer höfischen Gesellschaft in Rokoko-Gewändern gegenüberstanden. Denn genau in diese Zeit - um 1750 - wird die Heldin des rund 15-minütigen Films "Die Rose" zurückgeworfen, als sie sich beim Besuch der Burg mit Onkel und Tante ein wenig von ihrer Touristengruppe abseilt. Sie findet sich wieder in einer Welt von Fechtduellen und prachtvollen Bällen. Um die möglichst echt wirken zu lassen, holte sich Regisseur Andreas Klüpfel echte Experten ins Boot: den Düsseldorfer Verein "Jardin des Epoques", der sich die Vermittlung historischen Kulturgutes auf die Fahnen geschrieben hat. "Wir treten in den Kostümen aus unterschiedlichen Epochen in ganz Deutschland und auch im Ausland auf", erklärte Dietmar Koch, Geschäftsführer des Vereins.

Aufmerksam wurde Klüpfel auf die Gruppe beim Museumsfest im Deutschen Klingenmuseum, das die Gäste stets mit viel Liebe zum Detail in andere Zeiten entführt. "Da dachte ich mir, dass es eine tolle Sache wäre, wenn ich mit ihnen einen Film machen könnte", erzählte Klüpfel am Samstag in einer Drehpause. Der Kontakt war schnell geknüpft und die Bereitschaft, beim Projekt mitzumachen, groß. "Fünf Darsteller des Vereins haben sich sogar in Ferienwohnungen im Umfeld der Burg einquartiert, um schnell zum Dreh zu kommen", berichtete Klüpfel. Und aus der Mitte von "Jardin des Epoques" rekrutierte er gleich auch die Hauptstellerin Karolina Fila. "Sie beherrscht die alten Tänze sehr gut", sagt der Regisseur, der auf eine insgesamt achtköpfige Crew aus dem Filmclub zurückgreifen - und auch auf die Unterstützung des Schlossbauvereins zählen konnte: "Sie haben schnell gesagt, klingt interessant, das machen wir", verriet Klüpfel. Und so schlüpfte schließlich auch Gregor Ahlmann, wissenschaftlicher Referent beim Schlossbauverein, in die Rolle des Museumsführers.

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Premiere feiern soll "Die Rose" beim Landesfilmfestival, das am 11. und 12. März jeweils von 10-18 Uhr im Stadtmuseum Düsseldorf stattfindet. Dazu muss Klüpfel den Film bis Mitte Februar beim Bundesverband Deutscher Filmautoren einreichen (BDFA). Eine Jury wird dann die besten Produktionen zum Bundesfestival weiterreichen. Und auch dort hat der Filmclub Erfolge vorzuweisen: Sein Schulungsfilm "Unterwegs in Deutschland" in Zusammenarbeit mit Polizei und Verkehrswacht, hatte dort im vergangenen Jahr die Silbermedaille ergattert.

(RP)
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