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Solingen: Die Neuen wirken hinter den Kulissen

Solingen : Die Neuen wirken hinter den Kulissen

Mit einem motivierten Team und vielen guten Ideen geht das Kulturbüro in die neue Spielzeit 2013/2014.

Zu einem gelungenen Theaterabend gehört mehr als nur ein Stück, das den Geschmack des Publikums trifft. Die Atmosphäre im und um das Haus sind ebenso wichtig, wie ein gepflegtes Getränk in der Pause oder ein gutes Gespräch mit anderen Kulturinteressierten. Und bei alledem hat sich der Anspruch des Publikums gewandelt. Will ein Haus überleben, muss es sich diesen veränderten Gegebenheiten anpassen. Kulturbürodirektor Hans Knopper hat schon einige Wandlungen miterlebt, er weiß, Besucher, die sich im Hause wohlfühlen, bleiben gerne länger und kommen wieder. Mit der neuen Spielzeit wollen Knopper und sein neues Team vieles dazu beitragen, dass sich dieses Wohlfühlmoment weiter erhöht.

Verwaltungsleiter Jörg Pauli ist einer der Neuen. Derzeit überwacht er die Neugestaltung des Konzertsaalfoyers und ist schon gespannt, wie der neue rote Teppichboden beim Publikum ankommen wird. Aber auch die Umgestaltung des Theaterumfeldes ist in seinen Augen ein ganz wesentlicher Faktor, um die Attraktivität des über 50-jährigen Hauses zu erhalten und zu erhöhen. Für Hans Knopper ist Pauli die Idealbesetzung, denn gesucht wurde "ein Betriebswirt mit Affinität zur Kultur".

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Pauli bringt neben Studien der Betriebswirtschaft und Theaterpädagogik auch die Fähigkeit mit, Dinge gegen den Strich zu bürsten. Das macht er zum Beispiel bei Veranstaltungen des Bergischen Künstlerbundes, wo er mit kleinen Literatur-Performances regelmäßig auftritt. Zwar steht er nicht mehr wie einst beim Ensemble Profan auf Solinger Theaterbühnen, doch im Kulturbüro, so sagt Hans Knopper, werden schon Wetten abgeschlossen, wann es ihn auch hier wieder auf die Bühne zieht.

Lydia Winnik will sich in Zukunft darum kümmern, dass sich die Besucher im Theater und Konzerthaus noch wohler fühlen. In den Pausen soll es künftig mehr geben als Salzstangen und Gummibärchen. "Nachmittags könnte ich mir ein Kuchenbuffet vorstellen, abends Fingerfood", sagt die 27-Jährige, die beim Düsseldorfer Caterer Stockheim ihr Handwerk lernte. Schon beim ersten Philharmonischen Konzert am 24. September soll das ausprobiert werden. "Die Symphoniker selbst haben den Wunsch geäußert, nach dem Konzert mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen", sagt Hans Knopper. So ist geplant, auch nach Ende der Veranstaltung die Cateringbereiche geöffnet zu lassen. "Man muss sehen, ob sich der erhöhte Personaleinsatz rechnet", so der Kulturbürochef.

Lydia Winnik wird nicht nur für die Pausengastronomie im Haus zuständig sein, sondern sie organisiert auf Wunsch auch das Catering für große Veranstaltungen, das zum Teil in der hauseigenen Küche des ehemaligen Theaterrestaurants von eigenen (Teilzeit-)Kräften zubereitet werden kann. Ihr Ziel: Das Catering optimieren und etwas anzubieten, das zu Solingen passt.

Werben für das Haus will Sibille Born-Lüddeke in Zukunft auch bei Menschen, die nicht automatisch ins Haus kommen. Sie stellt sich vor, bei Messen und auf Weihnachtsmärkten, Festen und Veranstaltungen das Angebot im Theater und Konzerthaus bekanntzumachen.

Anna Jansen, die sich schon Gedanken über den Spielplan 2014/2015 macht, möchte das theaterpädagogische Angebot erweitern. "Viele Tournee- und Landestheater bieten Workshops und Einführungen an, an denen ich das Publikum gerne teilhaben ließe." Was die Abo-Reihen angeht, könnte sie sich einen stärkeren Zuschnitt auf die einzelnen Interessen der Theater- und Konzertbesucher vorstellen. Ihre Erfahrung ist, dass Menschen ihrer Generation oft denken, für sie gäbe es kein Programm im Haus. Auch mit diesem Irrtum will die 28-Jährige aufräumen. Highlight in der bald beginnenden Spielzeit ist für Anna Jansen zweifellos die Eigeninszenierung aber auch das Kinderstück des Stadtensembles: "Da spürt man, dass man beim Theater arbeitet."

(RP)