Die Liebe zum Meer und zur Melodie

1000 Jahre Wald : Die Liebe zum Meer und zur Melodie

Jan Lundgren begeisterte mit Fresu und dem Akkordionspieler Richard Galliano als Trio „Mare Nostrum“.

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: 2017 war Jan Lundgren zusammen mit dem Ratinger Kammerchor im Rahmen der Walder Theatertage in der evangelischen Kirche Wald zu Gast. 2018 gab der Pianist aus Schweden hier im Duo mit dem italienischen Trompeter Paolo Fresu ein großartiges Konzert. Und in diesem besonderen Jubiläumsjahr – 1000 Jahre Wald – begeisterte Lundgren zusammen mit Fresu und dem Akkordionspieler Richard Galliano als Trio „Mare Nostrum“. Seit über zwölf Jahren firmieren die drei in vielen Projekten involvierten Musiker unter diesem Bandnamen.

FALS-Schulleiter Peter Wirtz setzte schon vor Beginn des Auftritts die musikalische Messlatte sehr hoch: „Ich habe mich das ganze Jahr auf dieses außergewöhnliches Konzert gefreut. Wie ein Sechsjähriger auf Weihnachten. Und heute ist endlich Bescherung.“ Wirtz bat die Zuhörer in der ausverkauften Kirche zu Beginn um Stille. Denn Lundgren, Fresu und Galliano begannen ihr Konzert sehr leise - mit „Mare Nostrum“, einer musikalische Schiffsreise, wobei Galliano sein Akkordion tonlos atmen ließ, so dass sich schnell die Assoziation von Meeresrauschen ergab. Dem Auftakt mit Lundgrens Komposition, das dem Trio auch seinen Namen gegeben hat, folgten Gallianos „Letter to my mother“ und Fresus „Pavese“, Stücke, die die verschiedenen Musiktraditionen der Musiker deutlich werden ließen: Lundgren ist Schwede, Galliano Franzose und Fresu Sarde.

Was alle drei Ausnahmemusiker vereint, ist die Liebe zum Dialog und zur Melodie. Und zur Melancholie, denn das war die vorherrschende Grundstimmung in der Walder Kirche, stets nur zum Ende jedes Stücks unterbrochen vom frenetischen Applaus des begeisterten Publikums. Fremdkompositionen – etwa „The Windmills Of Your Minds“, Michel Legrands Filmmusik zu „Thomas Crown ist nicht zu fassen“, fügten sich hervorragend in das musikalische Konzept von „Mare Nostrum“ ein, welches Jazz und Weltmusik faszinierend vereint. Erst zum Ende des zweiten Teils des Abends wurde das Meer lebhafter und die Wellen rauer. Zum Abschluss gab es dann auch ein mitreißendes „Love Land“, wo die drei Musiker auf ihren virtuos gespielten Instrumenten den gemeinsamen Gesprächsfaden zu einem wahnsinnigen Finale steigerten. Standing Ovations und Rosen gab es anschließend für die drei Musiker, die sich dafür mit zwei Zugaben bei den ausnahmslos beglückten Zuhörern bedankten.

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