1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Die Konkurrenz ist groß

Solingen : Die Konkurrenz ist groß

Heute gibt die Bergische Entwicklungsagentur beim Land die Bewerbung für die Müngstener Brücke als Weltkulturerbe ab. Nur zwei Vorschläge schaffen es auf die Landesliste.

Heute ist der erste große Tag, dem noch viele weitere folgen sollen, bis am Ende — hoffentlich — der Eintrag der Müngstener Brücke als Unesco-Weltkulturerbe stehen soll. Als ersten Schritt übergibt heute um 11 Uhr Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Bergischen Entwicklungsagentur (BEA), den Antrag an die oberste Denkmalschützerin des Landes, Dr. Birgitta Ringbeck. Die BEA hat die Federführung in dem gemeinsamen Projekt der drei bergischen Städte und der Deutschen Bahn.

Ruhrgebiet ein Favorit

Damit ist bis zum unwiderruflich letzten Abgabetag am Montag, 31. Oktober, noch ein wenig Puffer. Doch bis zur letzten Minute ausreizen wollten die BEA-Mitarbeiter die Bewerbung nicht. Denn zu viel steht auf dem Spiel, weiß auch Carsten Zimmermann, der sich für die BEA um das Projekt Weltkulturerbe kümmert: "Das wäre für die Region eine einmalige Chance, wenn wir mit der Brücke zum Zuge kämen." Und diese Chance will natürlich keiner versauen. Deshalb liefen in den vergangenen Wochen bei der Agentur die Köpfe heiß. Fachleute aus der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen holte man ins Boot, die der Brücke eine "weltweite Bedeutung" attestieren. Und so ist Carsten Zimmermann zuversichtlich, dass die Müngstener Brücke die erste Hürde überspringt.

  • Fotos : Weltkulturerbe: Konkurrenten der Müngstener Brücke
  • Solingen : Dem Weltkulturerbe ein Stück näher
  • Solingen : Drahtseil-Akt bei TÜV-Check

Denn bis etwa Jahresende entscheidet das Land, welche zwei NRW-Vorschläge auf die Liste kommen. Als wahrscheinlich kaum zu schlagenden Top-Favoriten betrachtet Zimmermann das Ruhrgebiet, das sich als Kulturlandschaft bewirbt. Deren Herzstück ist die Essener Zeche Zollverein, die seit 2001 Weltkulturerbe ist.

"Aber danach sehe ich schon die Müngstener Brücke", sagt Carsten Zimmermann im Gespräch mit unserer Zeitung. Interessiert blickt er natürlich auf die Konkurrenz in NRW. Dazu zählt der Prinzipal-markt in Münster. Die dortige Stadtverwaltung hat bereits entschieden, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebauten Häuserzeilen vorzuschlagen. Ebenfalls Ansprüche auf einen der beiden Plätze erhebt Krefeld mit den drei Bauten des weltberühmten Architekten Mies van der Rohe. Das Bauhaus kam aber bereits in diesem Jahr zum Zug — mit dem Eintrag der Fagus-Werke in Alfeld. Hagen hat sich beworben mit seiner Jugendstil-Villa Hohenhof, erbaut von Henry van de Velde. Weitere Konkurrenz kommt aus Düsseldorf (Schloss Benrath) sowie aus Bad Münstereifel.

Im nächsten Schritt geht es dann ab 2013 für die beiden NRW-Kandidaten darum, auf die neue Vorschlagsliste des Bundes zu kommen, die ab 2015 ziehen könnte. Große Hoffnungen macht sich für 2015 die Hamburger Speicherstadt. Die befindet sich schon seit längerem im Wartestand.

(RP)