Die Hundetagesstätte in Solingen-Glüder

Tierische Tagesstätte in Solingen-Glüder: Hier wäre man auch mal gerne Hund

Mit ihrem Schäferwagen als mobile Tagesbetreung von Hunden hat sich Bettina Siller selbstständig gemacht.

Wen seine Spaziergänge oder Wandertouren nach Glüder an die Wupper führen, der wird ihn schon bemerkt haben. Denn zu übersehen ist er kaum: Der knallrote Bauwagen mit seinen grünen Schlagläden. Man sieht auch gleich, dass es da gemütlich und entspannt zugeht. Aber kein Peter-Lustig-Jünger mit Latzhose ist hier zu finden, sondern Bettina Siller.

Der Bauwagen hat natürlich nichts mit Bauen zu tun. Er ist eine Spezialanfertigung nach den Plänen der 40-Jährigen und nennt sich Schäferwagen. „Als kleine mobile Hundetagesstätte ist er der Grundpfeiler meines Betriebs.“ Bettina Siller, die sich vor zwei Jahren damit selbstständig gemacht hat, bietet Tagesbetreuung für Hunde an und ist dabei, eine neue Gruppe aufzubauen. „Aus der Not ist dabei etwas Besonderes geworden.“ Denn ursprünglich suchte sie einen festen Ort für eine Hundetagesstätte. „Das war sehr schwierig.“ Dann kam die Idee mit dem Schäferwagen, und die hat sich bewährt.

„Was ist für den Hund artgerecht und ursprünglich?“ fomuliert Siller ihren Anspruch bei der Hundebetreuung. Das schlägt sich im Schäferwagen-Konzept nieder, der auch für das Nomadenleben der alten Hirten mit ihren Hunden und Schafen steht. Ursprünglich auch, dass ein Hund rund 20 Stunden Ruhephasen am Tag hat. So gibt es neben Spielmöglichkeiten für den Vierbeiner auch reichlich Ruhezonen außerhalb und im Schäferwagen. „Hier kann der Hund einen entspannten Wellnestag erleben.“ Inklusive Kuscheln.

Der Tag beginnt mit einem ausgedehnten Spaziergang, und alle zwei bis drei Stunden geht es immer mal wieder in den Wald. „Ein strukturierter Tagesablauf ist wichtig“, sagt Bettina Siller, die sich stets weiterbildet und auch als Ernährungsberaterin für Hunde arbeitet. Zur Natürlichkeit und Nachhaltigkeit gehört auch, dass nur naturbelassene Materialien verwendet werden, etwa für die Ruhe-Nischen im Schäferwagen. „Dieser ist gut isoliert – im Sommer kühl, im Winter warm.“

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Mit dabei ist auch immer Jarla, die dreieinhalb Jahre alte Mischlingshündin. „Sie war ein Straßenhund in Rumänien und konnte von Tierschützern von der Tötungsstation geholt werden.“ Jarla ist Altisländisch und bedeutet „die Königliche“. Und so ist Jarla auch – und ein wichtiger Bestandteil von Bettina Sillers Konzept. „Von ihrem guten Sozialverhalten können die anderen Hunde lernen und sich an ihr orientieren.“

Schon mit Kindesbeinen ist Bettina Siller auf den Hund gekommen. „Wir haben sehr ländlich im Münsterland gelebt, mit eigenen Tieren und denen der benachbarten Bauern.“ Siller studierte in Münster Biologie und Deutsch. „Gerade das praktische Arbeiten als Biologin hat mir sehr zugesagt.“ Nach dem Referendariat ging es erstmal anders weiter: als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Klinischen Forschung der Kölner Uni-Klinik. „Das war eine turbulente Zeit.“ Allerdings auch eine Zeit ohne Hund. „Das ging damals gar nicht.“ Nach einer Orientierungsphase fragte sich Siller: „Was will ich denn eigentlich machen? Dabei ging es mir nicht darum, viel Geld zu verdienen, sondern etwas Sinnvolles zu tun, das mir Spaß macht.“ So hat es 2016 mit den Schäferwagen angefangen.

Und wer sich mit Hunden auskennt, versteht sich auch gut auf Kinder. Meist ausgehend vom Schäferwagen können Familien – natürlich gern mit Hunden – mit Bettina Siller auf Schatzsuche in die Wälder gehen. „Neben dieser Erlebniswanderung biete ich auch Märchen-Wanderungen an. Und die Geschichten dazu denke ich mir aus.“ Hund & Eule heißt ihr kleiner Betrieb, der auch ein Büro an der Ritterstraße hat. Hund ist klar. Aber was hat die Eule damit zu tun ? „Das ist ein Spitzname von mir“, schmunzelt die Hundeexpertin.

Informationen zu Bettina Siller und ihren Angeboten im Internet: www.hundeule.com und www.bergische-waldstreuner.de

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