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Solingen: Die Heimkehr des verlorenen Sohnes

Solingen : Die Heimkehr des verlorenen Sohnes

Das Ensemble Profan spielt "Das Missverständnis" von Albert Camus auf der Studiobühne im Theater.

Zum Abschluss der Theaterspielzeit 2013/14 des Kulturmanagements der Stadt steht noch einmal eine Premiere auf dem Programm. Am Donnerstag, 3. Juli, zeigt das Solinger Ensemble Profan das Schauspiel "Das Missverständnis" von Albert Camus. Es gibt zwei weitere Aufführungen dort.

"Als wir vor fast zwei Jahren die Termine vom Kulturmanagement angeboten bekamen, hat keiner daran gedacht, dass diese mit den WM-Spielen der deutschen Nationalmannschaft kollidieren könnten", erklärt Profan-Regisseur Michael Tesch. "Aber vielleicht sind die Aufführungen ja auch eine gute Alternative für alle, die nicht Fußball schauen mögen." Zumal - wie es derzeit aussieht - die Deutschen am Freitag oder Samstag spielen, also nur an einem der drei Vorstellungstage des Ensembles.

Im Stück "Das Missverständnis" spielen Dajana Berkenkopf, Mira Gottfried, Uwe Dahlhaus, Markus Henning und Renate Kemperdick. Regisseur Michael Tesch ist auch für das Bühnenbild verantwortlich. In einer kühlen Versuchsanordnung greift Camus im "Missverständnis" das Thema von der Heimkehr des verlorenen Sohnes auf. Nach 20 Jahren Abwesenheit kommt Jan zu seiner Mutter und seiner Schwester Martha zurück, die ein einsames Gasthaus bewirtschaften. Er gibt seine wahre Identität vorerst nicht preis, sondern wartet vielmehr auf das richtige Wort, auf ein Liebeszeichen. Doch die beiden Frauen, die seit Jahren die Reichen unter den seltenen Gästen in ihrer Herberge töten und ausrauben, sehen in ihm ausschließlich das nächste lukrative Opfer.

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Das Schauspiel "Das Missverständnis" versucht, das antike Schicksalsthema in eine zeitgenössische Fabel zu kleiden. Es wäre allerdings falsch, nach dem Ende der Tragödie zu meinen, dieses Stück plädierte dafür, sich dem Schicksal zu beugen. Im Gegenteil, es ist ein Stück der Auflehnung und enthält vielleicht sogar eine Moral: Aufrichtigkeit", schreibt Albert Camus selber zu seinem Stück.

(RP)