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Solingen: Die Geschäftslage ist besser als erwartet

Solingen : Die Geschäftslage ist besser als erwartet

Gegenüber Herbst 2012 kletterte der Geschäftslageindex der bergischen Unternehmen wieder nach oben. Spitzenreiter ist Solingen. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer unter rund 400 Unternehmen.

Im Herbst ging es bergab. Die Entwicklung der Geschäftslage der bergischen Unternehmen hatte sich seit dem Frühjahr merklich abgekühlt. Der Geschäftslageindex, das ist die Differenz der Antworten "gut" bis "schlecht" bei der Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK), sackte von plus 46 im Frühjahr 2012 auf 32 ab. Wer aber zu Beginn des neuen Jahres dachte, die Konjunktur kühlt sich weiter ab, der sah sich getäuscht: Nach der aktuellen Umfrage der IHK unter rund 400 Unternehmen mit mehr als 21 000 Beschäftigten hat sich der Geschäftslageindex auf 36 im Kammerbezirk erholt. In Solingen kletterte er gar von 29 im Herbst auf jetzt 39. Damit ist die Klingenstadt Spitzenreiter im Vergleich zu den Nachbarstädten, die einen Index von 37 (Wuppertal) beziehungsweise 33 (Remscheid) aufweisen. "Die regionale Konjunktur erweist sich als erstaunlich robust und besser als von vielen Unternehmen erwartet worden war", erklärte gestern IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge in Vertretung für den erkrankten IHK-Präsidenten Friedhelm Sträter.

Der Ausblick auf die weiteren Monate dieses Jahres ist indes getrübt, Pessimismus macht sich hier breit: Fast jedes vierte Unternehmen geht von einer Verschlechterung der Geschäftsentwicklung aus. Nur zwölf Prozent erwarten eine Verbesserung. "Hieraus lässt sich aber nicht ableiten, dass die regionale Wirtschaft mit einer Krise rechnet", sagte IHK-Geschäftsführer Uwe Mensch, zumal zwei von drei Unternehmen von einer unveränderten geschäftlichen Entwicklung ausgehen. Dennoch sind die Firmen im Städtedreieck zunehmend besorgt über höhere Kosten (Rohstoffe, Energie) und über die Ertragsentwicklung.

Die Gewinne gingen trotz höherer Umsätze nämlich zurück. In diesem Jahr rechnen immerhin 38 Prozent der befragten Unternehmen, dass ihre Betriebsergebnisse weiter schrumpfen werden. Gleichwohl planen die Betriebe nach Angaben von Uwe Mensch, ihre Investitionen etwas auszuweiten – überwiegend in Rationalisierung und Ersatzbedarf – und auch die Zahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen. Kapazitätserweiterungen spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle: "Der Anteil der Betriebe, die voll ausgelastet sind, nimmt seit einem Jahr ab", erklärte der IHK-Geschäftsführer. Allerdings laufe die Produktion noch immer auf einem recht hohen Niveau.

Ein Blick auf die einzelnen Branchen zeigt aktuell eine noch überwiegend befriedigende bis gute Geschäftslage. In der Industrie berichten 40 Prozent von einer guten Lage, 54 Prozent sehen sie als befriedigend an und nur sechs Prozent bewerten sie als schlecht. Bei den Dienstleistern herrscht positive Stimmung (55 Prozent gut, 35 Prozent befriedigend, zehn Prozent schlecht), ebenso bei den Kreditinstituten im Bergischen (67 Prozent gut, 33 Prozent befriedigend). Auch der Handel bewertet die konjunkturelle Lage aktuell überwiegend positiv. Nach wie vor mit hohen Kosten zu kämpfen hat das Verkehrsgewerbe. Knapp 30 Prozent bewerten ihre Geschäftslage deshalb als schlecht, der Rest aber befriedigend beziehungsweise gut.

(RP)