Solingen: Die Atmosphäre ist heiter bis wolkig

Solingen : Die Atmosphäre ist heiter bis wolkig

Der Solinger Kunstverein präsentiert im Alten Rathaus eine Ausstellung mit Bildern von Heike Ludewig.

Mit der Ausstellung "Heiter bis wolkig" im Alten Rathaus an der Cronenberger Straße hat sich Oberbürgermeister Norbert Feith "einen langgehegten diskreten Wunsch" erfüllt. "Wir wollen im Rathaus ja auch Anlässe für Begegnungen schaffen. Und wer könnte solch einen Anlass besser liefern als Künstler mit Kunstwerken, die zum Verweilen einladen", freut sich Feith. Auch darüber, dass es nach sehr langer Vorbereitungszeit endlich damit geklappt hat, zeitgenössische Kunst im Rathaus auszustellen. "Die Idee für Ausstellungen gab es schon sehr lange, aber die Frage war stets, wie kommt denn eine Verwaltung überhaupt an Kunst?"

Die Lösung brachte ein Kooperationsprojekt mit dem Solinger Kunstverein. "Und wir sind sehr froh und dankbar für das Angebot, hier im Rathaus zeitgenössische Kunst zeigen zu dürfen", erklärt Vorsitzender Heinz-W. Müller. Denn der seit gut eineinhalb Jahren von ihm geleitete Kunstverein könne es sich finanziell nicht leisten, Räume für Ausstellungen anzumieten. So ist die Kooperation dann auch langfristig angelegt, die jetzige Ausstellung mit Bildern der Düsseldorfer Malerin Heike Ludewig soll jetzt der Auftakt einer Reihe sein.

Dass die Wahl des Kunstvereins für die erste Präsentation in der ersten Etage des Alten Rathauses auf die in Osnabrück geborene und seit ihrem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Landeshauptstadt lebende und arbeitende Ludewig fiel, ist ebenfalls das Ergebnis einer Zusammenarbeit. Denn die Künstlerin hat bereits 2011 in Solingen ausgestellt - in der Galerie Art Eck. Galerist Dirk Balke war es dann auch, der Heinz-W. Müller die Künstlerin empfohlen hat.

Die Wahl hätte nicht besser ausfallen können, wie der Oberbürgermeister erklärte: "Begegnungen sind immer Thema im Rathaus und sie stellen Menschen dar. Hier schließt sich also der Kreis." Das Besondere der Kunst Ludewigs ist es, dass sie nicht einfach die Wände mit ihren Bildern bestückt, sondern sich auf den nicht ganz einfach zu bespielenden Raum einlässt. "Ich möchte nicht nur Bilder zeigen, sondern ich möchte auch den Raum und seine Atmosphäre verändern", erzählt die Künstlerin. Dies wird möglich, weil Ludewig ihre aus Straßenszenen isolierte Passanten oder Sport treibenden Kinder auf transparenten PET-Platten malt. Diese dienen der Künstlerin als Module, die sie an Fäden im Raum aufhängt - womit die Malerei von der Wand geholt ist. Etwa in Form eines mehrteiligen Mobiles direkt am Eingang zum Treppenhaus. So ergeben sich im Rathaus nicht nur Begegnungen der Besucher mit den Bildern Ludewigs, sondern die Bilder und dargestellten Personen begegnen sich auch untereinander in den sich stetig verändernden raumgreifenden Ensembles.

(mit)
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