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Solingen: Dicke Luft im Balkhauser Kotten

Solingen : Dicke Luft im Balkhauser Kotten

Nach einem Zerwürfnis um den Verkauf der Messeredition "Balkhauser Kotten" im hauseigenen Museumsshop spitzt sich der Streit zwischen Kustodenehepaar und Kuratorium weiter zu. Grund ist der Termin des Kottenfestes.

Der Haussegen im so idyllischen Balkhauser Kotten hängt nun so richtig schief. Bereits im Juni gab es Unstimmigkeiten, weil das Kustodenehepaar Schmitz die Messeredition "Balkhauser Kotten" nicht im Museumsshop verkaufen wollte. Jetzt spitzt sich die Lage am Kotten weiter zu. Aktueller Anlass ist die Verschiebung des Kottenfestes und die Absage eines Besuchs an die Deutsch-Japanische Gesellschaft Bonn (DJG).

Ursprünglich sollte das Fest am 1. September, traditionell am letzten Wochenende der Sommerferien, stattfinden. Im Juli bat Nicole Molinari, Vorsitzende des Kuratoriums Balkhauser Kotten, aber um eine Verschiebung um eine Woche auf den 8. September, da drei Vorstandsmitglieder am letzten Ferienwochenende noch im Urlaub seien. Das lief entgegen der Planung des Kustodenpaares Schmitz, das für den 8. September bereits 50 Besucher der DJG erwartete.

"Die Gruppe kommt an, wenn auch die meisten Besucher des Kottenfestes da sein werden", sagte Engelbert Schmitz gestern. Den Besuch von 50 zusätzlichen Gästen in den begrenzten Räumlichkeiten des Kottens hält Schmitz für "heikel". Vielen Besuchern sei zudem bereits der 1. September als Tag des Kottenfestes genannt worden. Der Vorstand hielt jedoch am neuen Datum fest, so dass Schmitz schließlich von sich aus der DJG absagte.

Damit entbrannte der Streit dann richtig. Die Gesellschaft beschwerte sich beim Oberbürgermeister, dem Hausherrn des Kottens. Nicole Molinari lud die Besuchergruppe der DJG wieder für den 8. September ein. Schmitz ist sauer: "Wenn die Vorsitzenden unbedingt zum Kottenfest anwesend sein möchten, sollen sie ihren Urlaub anders planen. Der Termin war lange bekannt."

Ein zweiter Streitpunkt ist weiter der Verkauf der Messeredition "Balkhauser Kotten" der Firma Güde. Das Unternehmen spendet die Hälfte des Erlöses dem Kuratorium zum Erhalt des Kottens. Das Kustodenpaar Schmitz sträubt sich aber, die Messerserie im Museumsshop des Kottens, in dem sie Messer anderer Hersteller auf eigene Rechnung anbieten, zu verkaufen.

"Ursprünglich war ein Kottenmesser geplant", sagte Schmitz, "das hätten wir auch gerne verkauft." Auf einer Vorstandssitzung hätte er jedoch von Molinari erfahren, dass es eine ganze Messerserie gibt, von deren Verkauf die Kustoden zehn Prozent einbehalten dürften. "Wir sollten vor vollendete Tatsachen gestellt werden", sagte Schmitz. Daraufhin stellten er und seine Frau sich quer, denn mit einer Serie hole man sich, so Schmitz, die Konkurrenz ins Haus. Aus seiner Sicht stellt der Betrieb des Shops eine finanzielle Entschädigung für die Kustoden dar. Bei einer Anwesenheitspflicht im Kotten von 42 Stunden die Woche erhält das Paar vom Kuratorium 335 Euro monatlich in Form eines geldwerten Vorteils für die erlassene Miete. "Das ist ein Stundenlohn von nicht mal zwei Euro", so Schmitz. Er wünscht sich eine bessere Kommunikation. Doch offenbar herrscht nun Funkstille. Aus ihrem Urlaub ließ Nicole Molinari verlauten, dass das Ehepaar Schmitz zu einem klärenden Gespräch mit dem Vorstand nicht bereit gewesen sei: "Sie haben uns wieder gehen lassen."

(RP)