Solingen: Deutschlands bester Automobilkaufmann

Solingen : Deutschlands bester Automobilkaufmann

Der 28-jährige Auszubildende Marius Klänhardt hat bei der Sommerprüfung 98 von 100 möglichen Punkten erreicht.

Sein Traumauto ist ein Lamborghini, realistisch betrachtet würde Marius Klänhardt allerdings einen Skoda Octavia RS bevorzugen. Zumal er seit wenigen Wochen als Junior-Verkäufer Fahrzeuge dieses Fabrikats im Autohaus Nouvertné an der Kuller Straße verkauft. Mit Autos kennt sich der 28-Jährige ohnehin bestens aus, und er weiß auch, dass die Marken Lamborghini und Skoda und einige andere die Modell-Palette des VW-Konzerns schmücken.

Weniger Autos, vielmehr die Ausbildung von Marius Klänhardt stand gestern im Mittelpunkt einer Feier bei Nouvertné am Wasserturm. Denn der gebürtige Remscheider schloss seine Lehre zum Automobilkaufmann mit 98 von 100 möglichen Punkten ab. Damit war Klänhardt bei der Sommerprüfung der Industrie- und Handelskammer (IHK) nicht nur im bergischen Bezirk der Beste, sondern NRW-weit und auch im Bundesgebiet gab es keinen besseren Automobilkaufmann.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHT) ehrt Klänhardt am kommenden Montag im Berliner Maritim-Hotel für seine Leistung noch mit einer besonderen Feier, zu der die besten Auszubildenden aller Berufsbranchen eingeladen sind. Moderiert wird diese Veranstaltung übrigens von der Entertainerin Barbara Schöneberger.

Diesen Part übernahm gestern bei der Feier im Autohaus Nouvertné die Lehrerin Angelika Witoch vom Friedrich-List-Berufskolleg. Denn die Schule hat nicht unerheblichen Anteil am Erfolg von Marius Klänhardt, hat der 28-Jährige doch an der Burgstraße während seiner Ausbildungszeit theoretisches Wissen vermittelt bekommen. "Die Prüfung war nicht leicht, da waren schon knifflige Sachen dabei", erzählt der Automobilkaufmann, der sich jetzt auf die Ehrung in Berlin freut.

Aber auch gestern gab es bereits reichlich Gratulanten: IHK-Ehrenpräsident Friedhelm Sträter würdigte die Leistung des jungen Mannes ebenso wie Bürgermeisterin Friederike Sinowenka und der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, Dr. Axel Koblitz: "Sie starten mit glänzenden Voraussetzungen eine berufliche Karriere", sagte Koblitz mit Blick auf den 28-Jährigen. Er lobte zugleich das duale System, die Kombination von betrieblicher und schulischer Ausbildung. "Dieses System bewährt sich immer wieder."

Groß ist auch die Freude bei der Leiterin des Friedrich-List-Berufskollegs, Isolde Brosig, zumal ein Ausbildungserfolg wie der von Marius Klänhardt "in der Geschichte der Schule ein noch nie dagewesenes Ereignis" darstelle. Von daher meinte Brosig: "Auch die duale Ausbildung in Solingen verdient das Gütesiegel made in Solingen."

Firmenchef Ernst-Robert Nouvertné bildet zurzeit 30 Lehrlinge in den beiden Standorten des Autohauses aus. Im technischen wie im kaufmännischen Bereich hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits Kammerbeste hervorgebracht. Für Nouvertné, Präsident des Kraftfahrzeuggewerbes NRW, ist die Förderung des Nachwuchses nicht nur eine soziale Verantwortung, sondern auch eine Herzensangelegenheit. "Marius Klänhardt hat die Ausbildung von Anfang an sehr engagiert angegangen", lobte Nouvertné.

Klänhardt selbst versprach, auf dem Teppich zu bleiben. Eine Weiterbildung zum zertifizierten Automobilverkäufer geht es nun an, "danach will ich weitere Erfahrungen im Verkauf sammeln, um später einmal Verkaufsleiter zu werden."

(RP)
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