Deutsche Bahn erneuert Anzeigetafeln am Solinger Hauptbahnhof

Hauptbahnhof Solingen: Bessere Bahn-Informationen auf Raten

Der Austausch der elektronischen Info-Tafeln am Hauptbahnhof läuft. Noch ist aber die Geduld der Pendler gefordert.

Eigentlich sollten sie eines der Herzstücke am rundum erneuerten Solinger Hauptbahnhof in Ohligs werden. Doch auch über ein Jahr nach dem Abschluss der groß angelegten Modernisierung des Bahnhofs für mehr als neun Millionen Euro tappen viele der Reisenden weiter im Dunkeln – zumindest dann, wenn sie auf den Bahnsteigen ihren Blick nach oben richten, um die Abfahrtszeiten der Züge in Erfahrung zu bringen.

Denn die neuen elektronischen Anzeigetafeln lassen nach wie vor großteils auf sich warten. Wobei die Deutsche Bahn AG als Hausherrin des Hauptbahnhofs nunmehr zumindest teilweise Vollzug melden kann. „Auf Gleis 1 ist mittlerweile eine der Tafeln installiert“, gab jetzt ein Sprecher des Konzerns auf Anfrage bekannt. Wann indes mit der Montage der modernen Fahrgastinformation (FIA) auf den Bahnsteigen 3 / 8 zu rechnen sei, entziehe sich einer zuverlässigen Prognose. „Das hängt nicht zuletzt davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Herstellerfirma liefern wird“, sagte der Bahnsprecher.

Gleichwohl ist mit den neuen FIA-Tafeln an Gleis 1 zumindest schon einmal ein Anfang gemacht worden in einer Geschichte, die vielen der Bahnkunden zwischenzeitlich schier endlos erschien. Denn eigentlich sind die Umbauarbeiten sowie Verschönerungen am Hauptbahnhof, die sich über ungefähr zwei Jahre gezogen hatten, längst beendet.

So wurde unter anderem in behindertengerechte Bahnsteige investiert. Ferner stellte die Bahn AG aber auch neue Sitzgelegenheiten auf. Und die Bahnhofsanlage wurde mittels leistungsfähigerer Strahler in ein helleres Licht getaucht, derweil moderne Lautsprecher fortan die Pendler beziehungsweise Fernreisenden über die neuesten Änderungen bei Ankunfts- beziehungsweise Abfahrtszeiten in Kenntnis setzen sollen.

Allein die blauen Fahrgastinformations-Tafeln über den Köpfen der Kunden bereiteten den Verantwortlichen von Beginn an sowie bis zum heutigen Tag Sorgen. Ursprünglich hatte die Bahn nämlich vorgesehen, die vorhandenen Tafeln im Rahmen der Grundsanierung des Bahnhofs hängen zu lassen. Doch daraus wurde schließlich nichts, weil die Elektronik bereits Anfang 2016 für den ersten Ärger bei den Zugreisenden sorgte.

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Seinerzeit hatte das System am S-Bahn-Gleis schlapp gemacht, ohne dass es der Bahn gelang, den Fehler zügig wieder zu beheben. Der Grund: Es mangelte schlicht an Ersatzteilen, die die zuständige Zulieferfirma nicht vorrätig hatte und die sie auf die Schnelle auch nicht zu besorgen vermochte.

Und auch später stand die FIA in Solingen nicht eben unter einem günstigen Stern. Die Tafeln blieben „blind“, was die Bahn AG am Ende dazu bewog, die Notbremse zu ziehen und zukünftig auf einen Komplett-Austausch des elektronischen Fahrgastinformations-Systems zu setzen.

Diese Entscheidung fiel im Frühjahr dieses Jahres. Zuvor hatten Experten des Konzerns die Technik noch einmal genau unter die Lupe genommen und waren bei dieser Gelegenheit zu dem Entschluss gekommen, wonach eine aufwändige und kostspielige Reparatur der gefundenen Fehlerquellen wegen des fortgeschrittenen Alters der vorhandenen Tafeln kaum mehr einen Sinn ergebe.

Ein Austausch nimmt allerdings Zeit in Anspruch, so dass sich die Kunden an den Gleisen 3 und 8 wohl noch eine Weile auf die gedruckten Fahrpläne, Durchsagen aus den Lautsprechern sowie auf entsprechende Apps verlassen müssen. Ein Umstand, der bei vielen, die täglich am Solinger Hauptbahnhof sind, den ansonsten durchaus guten Eindruck nach der Renovierung trübt. „Eigentlich ist alles schön geworden. Aber die Infotafeln sind ein Armutszeugnis“, sagte zuletzt ein genervter Pendler.

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