Der BOB in Solingen steht in den Startlöchern

Batterie-Obus in Solingen : Hoffnungsträger BOB steht in Startlöchern

Noch in diesem Monat erfolgt der Startschuss für die neuen Batterie-Obusse auf der Linie 695. Umbauten sind beendet.

In der vergangenen Woche gaben einmal mehr die Bauarbeiter den Ton an. Aber inzwischen sind die Maßnahmen an der Endhaltestelle Abteiweg abgeschlossen. Nur noch ein paar Büsche und Bäume müssen gepflanzt werden, so dass dem Start des neuen Hoffnungsträgers im Solinger Verkehr nicht mehr im Wege stehen dürfte. Wie eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe bei den Stadtwerken Solingen (SWS) am Dienstag bestätigt hat, werden insgesamt vier der neuen batteriebetriebenen Obusse (BOB) noch in diesem Monat den regulären Betrieb auf der Linie 695 zwischen Meigen und Gräfrath aufnehmen.

Damit beginnt knapp zwei Jahre, nachdem das 15-Millionen-Projekt der SWS sowie der Bergischen Universität zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist, der Härtetest für die neuartige Technologie, die auf Dauer sämtliche Dieselbusse in der Klingenstadt überflüssig machen könnte. Und nicht allein das: Denn sollten sich die BOB als Alternative zu gewöhnlichen Bussen erweisen, wäre es aus Sicht der Verantwortlichen vielleicht sogar möglich, die Batterie-Obusse später zu einer Art Solinger „Exportschlager“ für andere Städte zu entwickeln.

Das ist jedoch bis auf Weiteres Zukunftsmusik. Zunächst einmal müssen sich die Fahrzeuge im Alltag des hiesigen Straßenverkehrs bewähren. Weswegen die Busse augenblicklich in der Werkstatt stehen, wo sie technisch für den Regel-Betrieb fit gemacht werden. Parallel laufen darüber hinaus die Schulungen für die Fahrer weiter. „Das Ziel ist es, dass alle unsere Fahrer eine BOB-Einweisung erhalten, so dass jeder von ihnen auf der Linie 695 eingesetzt werden kann“, sagte die SWS-Sprecherin.

Dabei bedarf aber nicht nur das Personal eines Trainings. Auch die Fahrstrecke der 695 wurde in den zurückliegenden Wochen und Monaten einmal mehr einer Ertüchtigung unterzogen. So wurden an der Alleestraße neue Weichen beziehungsweise Oberleitungen installiert, die in den nächsten Tagen technisch abgenommen werden. Und an der Endhaltestelle der Linie 695 am Abteiweg in Gräfrath liefen die eingangs erwähnten Umbauarbeiten.

Diese hatten zwischenzeitlich bei Anwohnern des Abteiweges für Fragen gesorgt. Beispielsweise wurde moniert, dass Bordsteine, die erst im Vorjahr eingesetzt worden waren, nun wieder ausgetauscht wurden. Den Vorwurf, die Baustelle nicht ausreichend geplant und somit Gelder verschwendet zu haben, wiesen die Verkehrsbetriebe nun indes zurück.

„Bei den ersten Bordsteinen handelte es sich lediglich um Provisorien“, sagte die Sprecherin der Stadtwerke am Dienstag auf Nachfrage. Die neuen dauerhaften Befestigungen dienten dazu, dass fortan auch die Ziehharmonika-BOB am Wendehammer des Abteiweges problemlos die Kurve nehmen könnten, hieß es bei den Solinger Verkehrsbetrieben. Denn tatsächlich, so die Sprecherin, seien diese BOB mit ihren exakt 19 Metern noch einmal einen Meter länger als gewöhnliche Gelenk-Busse.

Die Maßnahmen an der Alleestraße kosteten rund 100.000 Euro, die Umbauten am Abteiweg schlagen – inklusive WC- und Trafohaus – mit 420.000 Euro zu Buche. Bauherren waren Stadt und Stadtwerke, die beide Fördermittel in Anspruch nehmen konnten.

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