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Solingen: Den Bach stets im Blick

Solingen : Den Bach stets im Blick

Bei der jährlichen Gewässerschau werden die Solinger Bäche auf Mängel untersucht. Diese Woche standen der Meigener, der Städtgesmühler und der Theegartener Bach auf dem Programm der Gewässerschaukommission.

Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen erinnerte die dritte Gewässerbegehung dieses Jahres fast an einen kleinen Spaziergang. Trotzdem steht ein ernsthafter Gedanke hinter dem Ausflug ins Grüne: der Schutz von Gewässern und Natur. Mit diesem Ziel hat sich die Gewässerschaukommission diese Woche auf den Weg gemacht, um den Meigener Bach, den Städtgesmühler Bach und den Theegartener Bach in Augenschein zu nehmen. Dabei geht es nicht nur darum zu prüfen, ob die Anwohner der Bäche den Uferbereich frei von Bebauung und Grünabfällen halten und ob es Beschädigungen an Brücken oder dem Bachbett gibt. „Wir schauen besonders darauf, wie sich Gewässer und Natur perspektivisch entwickeln können“, erklärt Hans-Friedrich Petrusch vom Stadtdienst Natur und Umwelt.

Probleme mit den Rohren

Die Quelle des Meigener Baches liegt auf einer Pferdewiese hinter der Grundschule. Von dort aus fließt er zu großen Teilen unterirdisch in Rohren und passiert so die Straße, den Bahnkörper und einige Gärten. „Hier gibt es Probleme mit den Rohren“, weiß Petrusch. Die Wände seien zum Teil nicht mehr dicht. „Wenn Wasser austritt, wird das zum Teich“, ergänzt Petrusch und weist auf die Senke vor der Grundschule hin. Hier müsse etwas getan werden.

Das Bett des Städtgesmühler Baches wurde in den 20er und 30er Jahren aus Steinen angelegt. „Mit dem Wachstum der Städte stieg auch der Wasserverbrauch. Diese Art von Bachbett diente dem Zweck, ungeklärte Abwässer so schnell wie möglich und ohne Ablagerungen aus der Stadt heraus zu bringen“, erklärt Hans-Friedrich Petrusch. Für die Zukunft sei geplant, den Bach naturnah zurückzubauen. Der Theegartener Bach wurde bis vor einigen Jahren unmittelbar hinter seiner Quelle an der Allgäuer Straße in die Kanalisation geführt. Durch Bestrebungen der Entsorgungsbetriebe, solche Gewässer, soweit möglich, aus der Kanalisation herauszuführen, fließt auch er nun zu größeren Teilen oberirdisch und führt mehr Wasser.

Das ist vermutlich auch der Grund dafür, dass der Fuß einer Brücke im Bereich der Theegartener Straße unterspült wurde und ein Stück herausgebrochen ist. Auch hier muss die Stadt aktiv werden. Trotzdem lautet das Fazit von Petrusch: „ Außer ein paar Anliegerproblemen wie Grünschnitt im Bachbereich nichts Außergewöhnliches.“ Die festgestellten Mängel werden protokolliert und in Absprache mit den zuständigen Behörden und den Anwohnern schnellstmöglich behoben.

Die Gewässerschaukommission ist in Nordrhein-Westfalen einzigartig: Sie setzt sich aus ehrenamtlichen Vertretern der Verwaltung, des Stadtrates, verschiedener Verbände und Vereine zusammen und folgt damit dem Vorbild des preußischen Schauamtes. Im Schauamt waren die an der Wassernutzung beteiligten Bereiche noch bis 1960 durch das preußische Wassergesetz organisiert.

(RP)