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Datenschutzverordnung: Gewinner eines Malwettbewerbs in Solingen nicht ermittelt

Datenschutzverordnung : Naturschutzbund sucht die Gewinner eines Malwettbewerbs

Der Naturschutzbund in Solingen sucht Kinder, die in der Sommerferien in der Bärenwoche Bilder zu Themen der Natur gemalt haben.

Die Idee war gut. Die Durchführung toll. Aber das Happy End bleibt bisher aus. So lässt sich die Geschichte eines Malwettbewerbs des Naturschutzbundes Solingen (Nabu) zusammenfassen. Denn für einen versöhnlichen Abschluss der Aktion mit Gewinnübergabe fehlen den Mitgliedern des Vereins die Nachnamen der Kinder, die am Malwettbewerb teilgenommen hatten. Die sucht jetzt Edeltraut Krüger.

Im Rahmen der Bärenwoche in den Sommerferien war der Nabu im Bärenloch Mitveranstalter. Rund 30 Kinder legten sich künstlerisch richtig ins Zeug. Mit Naturmaterial malten und bastelten sie Bilder zum Thema Natur. Die Bilder gingen anschließend zur Verbraucherzentrale am Werwolf. Im Schaufenster hingen sie öffentlich aus. Mittels eines QR-Codes konnten Passanten dort auf eine Internetseite von Bettina Siller gelangen. Dort konnte für das beste Bild abgestimmt werden.

Das habe auch alles toll funktioniert, berichtet Edeltraut Krüger vom Nabu. Aber die zur Happy-End-Beauftragten ernannte Naturschützerin hat nun ein Problem. Und das hat mit nichts weniger als der Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, auf europäischer Ebene zu tun. Im Bärenloch wurde von den Kindern nur der Vorname erfasst und auf den Bildern vermerkt.

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Krüger erklärt: Wer mit Kindern solche Aktionen mache, der darf deren Namen und Adressen nicht erfassen, ohne dass die Eltern zustimmen. Das sei auch gut so und sinnvoll. Zur Bärenwoche kommen die Kinder allerdings grundsätzlich ohne Eltern, sie sollen sich dort frei austoben können.

Also dachten sich die Macherinnen vom Malwettbewerb eine Lösung aus. Sie gaben jedem Kind eine Visitenkarte mit. Die Eltern sollten sich später über den Verbleib der Bilder erkundigen können. Auch so Infos abfragen, ob der Nachwuchs zu den Assen in Sachen Kunst mit Naturmaterial gehört.

Der Vertrieb der Kärtchen in die elterlichen Wohnungen stockte wohl gänzlich. Lediglich den Namen des jungen Gewinners habe man inzwischen in Erfahrung gebracht. Den verrate man aber nicht – Datenschutzgrundverordnung.

Man habe sich jetzt zur „öffentlichen Fahndung“ nach den vier weiteren Gewinnern entschlossen, erklärt Krüger. Die Preise will der Naturschutzbund nämlich noch unbedingt loswerden. Auf den Gewinner wartet eine spannende Exkursion mit Bettina Siller in die Natur. Zweiter Preis ist für ein halbes Jahr die Teilnahme an der Kindergruppe des Nabu mit Edeltraut Krüger. Auf den dritten Preisträger wartet ein Bilderbuch, auf den Vierten ein Baukasten für einen Nistkasten. Und selbst der fünfte Preisträger kann sich noch über ein kleines Buch zur Vogelwelt freuen.

Doch wie hält man jetzt die Datenschutzgrundverordnung bei der Suche nach den Gewinnern ein? Edeltraut Krüger bittet um einen Anruf unter ☏ 0212 / 6 45 85 82. Anhand des Namens auf dem Bild werde man den jeweiligen Gewinner erkennen.