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Solingen: Datenautobahn: Stadt gut angeschlossen

Solingen : Datenautobahn: Stadt gut angeschlossen

Die von Oberbürgermeister Norbert Feith ins Leben gerufene Projektgruppe "Breitband-Kommunikation" legte gestern einen Zwischenbericht vor. Solingen kann aktuell mit einem 110 Kilometer umfassenden Glasfasernetz punkten.

Der schnelle Internetzugang ist für Privathaushalte wie für Unternehmen heutzutage unabdingbar. "Ein attraktiver Wirtschafts- und Lebensstandort braucht leistungsfähige Kommunikationsnetze", sagt Oberbürgermeister Norbert Feith, "das ist Voraussetzung für Innovations- und Strahlkraft sowie Akzeptanz." Insbesondere auch Unternehmen sind auf leistungsstarke Zugänge zum Breitbandinternet angewiesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Privathaushalte benötigen zudem immer mehr Bandbreite zur Nutzung multimedialer Onlineangebote.

In Sachen "Datenautobahn" ist Solingen indes gar nicht schlecht aufgestellt. Das zeigt ein Zwischenbericht der Projektgruppe "Breitband-Kommunikation", die Feith im November 2011 ins Leben gerufen hatte: 94 Prozent der Solinger Haushalte liegen bereits bei einer Bandbreite von mehr als zwei MBiT/s, mehr als 75 Prozent könnten Bandbreiten bis 150 MBiT/s nutzen. "Das ist sehr viel Kapazität, und im Vergleich innerhalb Nordrhein-Westfalens eine überdurchschnittliche Quote", sagt Jörg Pauli, Chef-Informatiker der Stadt.

Allerdings sei der Nutzungsgrad deutlich geringer, ergänzt Pauli mit Blick auf die 150 MBiT/s. Zudem gibt es in einigen Randgebieten von Solingen Versorgungslücken. Für Oberbürgermeister Norbert Feith ist die Ist-Analyse zunächst einmal zufriedenstellend: "Die Versorgung der Solinger Haushalte mit schnellen Internetzugängen kann sich sehen lassen. Wir sind hier konkurrenzfähig und das zeigt auch: Solingen ist keine Provinz." Das sieht Dr. Jürgen Kaack (STC Consulting), der die städtische Projektgruppe unterstützt, ebenso: "Solingen ist hier sehr weit vorn. Der Landesdurchschnitt liegt bei rund 50 Prozent."

Immerhin hat Solingen dank der Technischen Betriebe (TBS) schon frühzeitig mit dem Ausbau eines aktuell 110 Kilometer umfassenden Glasfasernetzes begonnen, das von der Solicom verwaltet und von Versatel gemanagt wird. "Im Rahmen kommunaler Baumaßnahmen haben wir eine für Glasfaser geeignete Leerrohr-Infrastruktur geschaffen", sagt TBS-Leiter Siegfried Schulz. "Viele Städte haben darauf verzichtet. Solingen hat hier vorausschauend investiert", lobt Dr. Jürgen Kaack.

Neuere Gewerbegebiete, wie der Piepersberg, sind gänzlich erschlossen. Und immer dann, wenn künftig Versorgungsleitungen für Gas, Strom oder Wasser gelegt werden, wird auch das Datennetz ergänzt. "Dafür geben wir jährlich 200 000 Euro aus", sagt Siegfried Schulz.

Grundsätzlich ist es allerdings Sache der privaten Telekommunikationsanbieter, entsprechende Dienstleistungen am Markt anzubieten und die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Darauf verweist die Stadt. Unter anderem Anbieter wie die Telekom, UnityMedia, Vodafone, e-plus oder O2 sind hier in der Klingenstadt vertreten. "Wir tun aber gut daran, die Entwicklung zu beobachten und dort, wo wir können, steuernd einzugreifen", meint Oberbürgermeister Norbert Feith.

Nach der Erhebung des Ist-Zustandes will die Projektgruppe einen Schritt weitergehen und weitere Bedarfe ermitteln. Eine schriftliche Fragebogenaktion in schwach versorgten Randlagen der Stadt sowie in Gewerbegebieten ist dafür vorgesehen, ein "Breitbandbeauftragter" soll zudem installiert werden.

(RP)