Das war der Zöppkesmarkt in Solingen 2019

Zöppkesmarkt in Solingen : Drei Tage voller Shows, Jubiläen und Trödel

Zehntausende Besucher bummelten am Wochenende durch die Innenstadt, ergatterten Raritäten und machten Halt vor den Bühnen. Manch ein Aussteller hatte dabei einiges zu feiern.

Mit etwas sanftem Druck passte das schmucke kleine Schränkchen in den Rucksack. „Ich könnte Euch auch noch einen größeren mitgeben“, bot Helmut Hecker seinen Kunden an. Die Bandbreite der Waren in seinem Zelt in der Linkgasse war schließlich auch am Wochenende wieder groß. „Wir sammeln das ganze Jahr über für den Markt“, erzählte Hecker. Mit Tochter Steffi Schmidt betreibt er unter dem Namen „Steffi & Helmi“ den gemeinsamen Trödelstand auf dem Zöppkesmarkt seit nunmehr 20 Jahren. Eingekleidet in entsprechende T-Shirts bedienten Vater und Tochter die Gäste – und ernteten herzliche Gratulationen.

Was einst im kleinen Rahmen begann, ist zum Selbstläufer geworden. „Es rufen auch Leute an, die uns Waren für unseren Stand anbieten“, erzählte Schmidt. „Wir sind ein klassischer Trödelstand, bei dem man noch suchen muss“, ergänzt Hecker. Zu den Highlights unter den Ausstellungsstücken gehörte in den vergangenen Jahren unter anderem ein Ensemble von Erdmännchen-Figuren mit den Emblemen von Bundesliga-Vereinen. Am Wochenende hatten „Steffi & Helmi“ ihre eigene „Miss Zöpfchen“-Puppe am Start – und verschenkten Jubiläums-Zöppken an treue Stammkunden.

Jubiläen – oder zumindest halbwegs runde Geburtstage – gab es auf dem Zöppkesmarkt von Freitag bis Sonntag reichlich zu feiern. Genau vor 50 Jahren ging seine erste Auflage über die Bühne. Neben den begehrten Liebhaberstücken aus Kellern und Dachböden, Büchern, Schallplatten und ausrangierten Gebrauchsgegenständen verleihen auch die Aktionen der privaten Spaßgruppen dem Markt sein Flair: Als sich am Freitagnachmittag erstmals die Sonne blicken ließ, traten die „Fleckenlecker“ mit ihrer „Spanien“-Mottoshow kostümiert vor ihr Publikum an der Hauptstraße und heizten den Gästen mit Tanzeinlagen und schmissiger Musik ein.

Auf dem Fronhof parodierten „Selten Selters“ die „Helene Fischa-Show“ mit skurrilen Show-Einlagen, von der Fahrrad-Akrobatik-Nummer bis zum schrägen Auftritt der „Kelly Family.“ Auch ihre Show war eine „kleine“ Jubiläums-Veranstaltung: Seit 15 Jahren ist die Gruppe auf dem Markt dabei. Ebenfalls mit einer gewissen Tradition und unter einem bestimmten Motto versorgt die TG Burg Hobby-Gruppe, diesmal im Schatten eines selbst gebastelten Raumschiffs, ihre Kunden mit allerlei Schätzchen. Zu ihren Gästen am Entenpfuhl gehörte auch der 13-jährige Marius. „Ich habe hier schon Eisenbahnteile gekauft“, erzählte der begeisterte Modelleisenbahner. An einem Bücherstand ergatterte er auch passende Literatur zum Thema. „Der traditionelle Charakter und die bunte Mischung machen diesen Markt aus“, schwärmte sein Vater.

Zu dieser Mischung zählte einmal mehr auch das Programm mit Musik und Tanz auf den Bühnen an Neumarkt, Mühlenplatz – und Alter Markt. An letzterem trat unter anderem die Country-Rock-Gruppe „Reunion“ auf – nur wenige Meter vom Bierstand des Kegelclubs „He wackelt“, kurz „KHW 29“, entfernt. Der stellt drei Bandmitglieder – und feierte sein 90-jähriges Bestehen. „Der Zöppkesmarkt ist für uns Pflicht“, bekräftigte Uwe Wentzeck, Keyboarder von „Reunion“ und als Sohn des „dienstältesten“ Keglers Wolfgang Wentzeck (80) natürlich ebenfalls seit Jahrzehnten Club-Mitglied. Viele Freunde und Bekannte tummelten sich an der Bude des KHW 29, der eine neue Kegelbahn sucht.

Beim Kinder-Trödelmarkt am Samstag waren alle ­Plätze vergeben. Foto: Guido Radtke

Auch am Familien-Stand der „Rompels“ herrschte wie gewohnt beste Stimmung. Ihre „I love Zöppkesmarkt“-Buttons gingen, diesmal zu Gunsten der Notschlafstelle, wieder reichlich weg: „Viele Leute fragen danach“, erzählte Christian Rompel. Dem Bekenntnis für das alljährliche bunte Treiben in der Stadtmitte schloss sich auch „Jubilar“ Helmi an: „Ich liebe diesen Markt.“

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