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Solingen: Das Umtauschen kommt aus der Mode

Solingen : Das Umtauschen kommt aus der Mode

Gezieltere Weihnachtseinkäufe vor den Festtagen und der Trend zum Verschenken von Gutscheinen hat für weniger Umtauschaktionen als in früheren Jahren gesorgt. Zudem hat das Wetter davon abgehalten, in die City zu kommen.

Ohne die Maße zu prüfen, nahm der Mann den Pullover vom Kleiderbügel und sagte zur Verkäuferin: "Packen Sie ihn ein, meine Frau tauscht ihn ja sowieso um." Von solchen Vorkommnissen aus dem Weihnachtsgeschäft weiß Thomas Lücking zu berichten. "In diesen Fällen raten wir den Leuten, lieber einen Gutschein zu kaufen", sagte der Filialgeschäftsführer der Galeria Kaufhof in der Innenstadt.

Und in der Tat: Der Ansturm auf die Kasse des Warenhauses, um Irrtümer bei der Geschenkauswahl zu korrigieren, hielt sich am Samstag in Grenzen. "Es ist erstaunlich ruhig", sagte Lücking. Neben dem Umstand, dass die Kunden ihren Lieben wesentlich öfter als in der Vergangenheit Gutscheine unter den Tannenbaum legen, sei aber womöglich auch der - leicht verspätete - Wintereinbruch mit Schneegestöber und rutschigen Straßen für die Zurückhaltung der Kunden verantwortlich, sagte Lücking.

"Der Schnee hat uns zu schaffen gemacht", bestätigte auch Mode Partner-Inhaber Detlef Ammann, der aber für die letzten Tage des Jahres auf einen größeren Andrang hofft. "Die Kunden kaufen sehr gezielt ein", sagte Ammann, daher hielten sich Umtauschaktionen in Grenzen. Diese Beobachtung machte auch C & A-Filialleiterin Sandra Dötlaff. "Wir haben viele Gutscheine verkauft", erzählte sie. Zusätzliche Preisnachlässe auf reduzierte Ware lockten am ersten Tag nach dem Fest trotz des ungemütlichen Wetters viele Kunden in das Modekaufhaus. "Viele Leute legen sich jetzt ihr Silvester-Outfit zu", ergänzte Dötlaff.

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Über eine überdurchschnittliche Kundenfrequenz freute sich auch Timo Jüntgen vom Elektronikhandel media@home Jüntgen. Dort waren in der Adventszeit eher weniger Gutscheine als sonst über die Ladentheke gegangen. Die kaufe man eher bei größeren Anbietern. "Natürlich wurden auch ein paar Sachen umgetauscht", sagte der Geschäftsinhaber.

Alles schien bei der Bescherung dann doch nicht gepasst zu haben: "Ich tausche gerade die Uhr für meinen Sohn um", erzählte Christina Schmitz in der Innenstadt. Das lag aber nicht an der falschen Geschenkauswahl, sondern an einem schlichten Defekt. "Außerdem habe ich noch ein Armband bestellt", verriet Schmitz. Viel werde in ihrer Familie generell nicht umgetauscht, sagte die Solingerin. Der Grund dafür sei jedoch nicht etwa ein Hang zu Gutscheinen: "Wir schreiben immer Wunschzettel".

(ied)