Solingen: Das Solingen-House steht in Kambodscha

Solingen: Das Solingen-House steht in Kambodscha

Durch Spenden von Solinger Bürgern kann das Friedensdorf Oberhausen die 22. Basisgesundheitsstation bauen.

Alles begann im Frühjahr 2013 mit einem Besuch im Friedensdorf Oberhausen, wo sich eine kleine Gruppe von Solingern die Arbeit mit verletzten und kranken Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten ansah. Unter den Gästen, die sich an jenem Samstagmorgen zusammenfanden, waren auch Barbara Eufinger von den Soroptimisten und der Solimed-Arzt Dr. Christoph Zenses. Wolfgang Mertens vom Friedensdorf sprach an diesen Vormittag nicht nur über die Kinder, die in Deutschland in Krankenhäusern kostenlos behandelt, im Oberhausener Dorf genesen und dann wieder zu ihren Familien gebracht werden, er erwähnte auch die Hilfen vor Ort, zum Beispiel durch den Bau von Basisgesundheitsstationen. Diese Kleinstkrankenhäuser leisten einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung der Menschen zum Beispiel in Kambodscha, wo der Bedarf besonders groß ist. Für rund 42.000 Euro kann so ein kleines Krankenhaus gebaut werden, erklärte Wolfgang Mertens den Besuchern, und wenig später war die Idee für ein Solingen-House geboren. Das Wort Haus ins englische House zu übersetzen ist der Tatsache geschuldet, dass es sich um ein internationales Projekt handelt.

Im Herbst 2013 ging eine kleine Gruppe von Solingern mit der Idee vom Solingen-House an die Öffentlichkeit. Getragen ist die Initiative vom Wunsch, in einem der ärmsten Länder der Welt helfen zu wollen und dem Gedanken, den Namen seiner Heimatstadt hinauszutragen. Das Messingschild, das einmal an der 22. Basisgesundheitsstation auf die Solinger-Spender hinweisen wird, ist schon in Auftrag gegeben, im Herbst, noch vor Beginn der Regenzeit in Kambodscha, soll das Haus fertig sein, auch wenn noch nicht die komplette Bausumme gespendet wurde.

Die Dorfbewohner von Kouk Kong sind auf dem Platz zusammengekommen, wo das Solingen-House entsteht. Foto: Solingen House

Die Spender kommen aus allen Bevölkerungsgruppen. "Wir als Solinger Soroptimistinnen unterstützen den Bau gerne, denn eines unserer Hauptziele ist die Verbesserung der Lebens- und Gesundheitssituationen von Frauen und Kindern; genau das bietet das Solingen-House", sagt Barbara Eufinger, Präsidentin vom Soroptimist Club Solingen. "In den Gesundheitsstationen erhalten Frauen einen geschützten Raum, zur sicheren Entbindung, und die Impfprogramme für Kinder verbessern die Lebensbedingungen langfristig", ergänzt Barbara Eufinger.

  • Duisburg : Erlös ist für das Friedensdorf Oberhausen

Dr. Christoph Zenses hat bei seinen Kollegen vom Ärztenetzwerk Solimed schon viele Unterstützer gefunden, ein Flyer zum Solingen-House liegt inzwischen in vielen Praxen aus. "Da wo medizinische Hilfe nötig ist, helfen wir gerne, unbürokratisch und niederschwellig", so der Mediziner. Auch Achim Kirschner, Geschäftsführer der Creditreform, und seine Frau Karin gehören zu den Förderern. "Durch einen Besuch in Kambodscha konnten wir uns persönlich ein Bild von der Situation der extrem armen, aber auch sehr hilfsbereiten Menschen machen. Daher rührt unser Engagement für das Solingen-House, da wir auch festgestellt haben, dass die Spenden beim Friedensdorf in guten Händen sind."

Vor Ort in Kambodscha wird das Projekt von Chau Kim Heng geleitet, der auch für den Bau der anderen Stationen verantwortlich war und den Kontakt nach Oberhausen hält. Das Solingen-House wird in der Provinz Prey Veng nahe der Grenze zu Vietnam die Versorgung von rund 10 000 Menschen sicherstellen. Menschen, für die es bislang durchaus üblich war, einen Kranken auf Bambustragen mehrere Tage bis zum nächsten Krankenhaus zu bringen.

www.solingen-house.de

(RP)
Mehr von RP ONLINE