Solingen: Das perfekte Bollebäuschen

Solingen : Das perfekte Bollebäuschen

Gestern Vormittag eröffnete die OWG das 36. Dürpelfest in der Ohligser Fußgängerzone. 44 Stände erwarten die Besucher – und leckere Bollebäuschen von den Rotarierdamen von "Inner Wheel".

Die Sonne lacht – allerdings nur auf dem großen Banner, den die Ohligser Werbegemeinschaft (OWG) über der Düsseldorfer Straße gespannt hat. Tatsächlich scheint es, als habe sich der Frühling gestern pünktlich zu Beginn des 36. Dürpelfestes aus Ohligs verabschiedet. Geblieben sind die Kälte, ein leichter Wind und, zu allem Überfluss, fieser Nieselregen – doch nicht einmal der kann wahre Dürpel-Freunde vom ersten Besuch auf "ihrem" Dürpel abhalten. Und so liegt bereits gestern Mittag der Duft von Bratwürsten und Pommes in der Luft, während die Karussells auf dem Schützenplatz die ersten Runden drehen, rockige Klänge aus den Boxen dröhnen und sich die Getränkestände langsam füllen.

Der 36. Dürpel ist eröffnet – auch für die Damen von "Inner Wheel", dem Club der Rotarierfrauen. "Um Punkt elf Uhr haben wir unsere Bollebäuschen-Pfannen angeschmissen", erzählt Milli Grah, die ersten Bollebäuschen seien bereits verkauft. Die Damen blicken auf ein arbeitsreiches Wochenende: "In Hochzeiten stehen die Kunden hier in langen Schlangen", erzählt Miriam Mensch, in acht speziellen Bollebäuschen-Pfannen mit den runden Vertiefungen für die Original-Bollebäuschen-Form werde dann gebacken. Deshalb ist auch der Schichtplan genau geregelt. "Wir sind an allen drei Tagen je drei Stunden im Einsatz, dann wird gewechselt." Und nach rund 30 Jahren Dürpel-Erfahrung wissen Milli Grah, Ute Willemse und Miriam Mensch genau, worauf sie achten müssen. "Man muss die Bollebäuschen immer drehen, drehen, drehen", sagen die drei Frauen wie aus einem Mund, "damit sie außen schön braun, aber innen auch fest sind." Und damit sie vor allem eines werden: Schön rund.

Das wüssten viele Stammkunden zu schätzen. "Die meisten wissen ganz genau, wo wir sind und wo unser Stand steht", freut sich Mensch. "Am meisten Spaß macht es, wenn die Kunden zufrieden und fröhlich sind und Zeit und Lust haben, auch mal ein Schwätzchen zu halten", so Grah.

"Uns ist zwar kalt, aber es geht uns super", sagen Sabina Vermeegen und Ute Morsbach-Michels von der OWG. Dass trotz des schlechten Wetters bereits zum Auftakt so viele Dürpel-Fans gekommen seien, überrascht sie nicht. "Der Freitag ist der Tag für die Ohligser, da kann es auch in Strömen regnen." Viele, erzählen die beiden, kämen bereits freitags ganz gezielt in die Fußgängerzone. "Geschäftsleute oder die Mitarbeiter der umliegenden Banken kommen jedes Jahr zur Eröffnung des Dürpel und verbringen ihre Mittagspause hier." 44 Stände erwarten die Besucher in diesem Jahr. "Die Kooperation mit den Standbetreibern, aber auch die Zusammenarbeit mit der Baufirma und der Stadt hat super geklappt."

Sabina Vermeegen und Ute Morsbach-Michels freuen sich auf das Fest, "darauf, Leute zu treffen, die man seit Monaten nicht gesehen hat" – aber auch darauf, es erfolgreich hinter sich gebracht zu haben. "Und wir freuen uns auf den nächsten Dürpel. Denn schließlich ist nach dem Dürpel vor dem Dürpel."

(RP)