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Solingen: Das Klinikum fördert die besten Ideen

Solingen : Das Klinikum fördert die besten Ideen

Mit einem Wettbewerb hat der Verein der Freunde und Förderer des Klinikums die Kreativität der Mitarbeiter honoriert.

Es können profane Dinge sein wie ein paar Süßigkeiten für Kinder in der Ambulanz oder elementare wie die Betreuung von Mitarbeiterkindern an einem Brückentag. Der Verein der Freunde und Förderer des Klinikums springt da ein, wo in Zeiten knapper Förderung und gedeckelter Budgets kein Geld übrig ist. Viele Projekte hat der Verein bereits auf den Weg gebracht, jetzt wurden die interessantesten im Rahmen eines Ideenwettbewerbs ausgezeichnet. Ziel ist bei allen Vorschlägen: Lebensqualität für Mitarbeiter und Patienten zu verbessern. Vereinsvorsitzender Kai Sturmfels sprach gestern bei der Vorstellung der Aktion im Klinikum von tollen Projekten, die das gesamte Leistungsspektrum des Hauses abbilden.

Mitarbeiter engagieren sich, auch wenn es sich nicht rechnet und sie erfahren, dass sich Engagement doch lohnt ", sagt Professor Dr. Peter Heering vom Vereinsvorstand. Vorstandskollege Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver sieht durch die Projekte mehr Menschlichkeit im Klinikum und durch die Projektprämierung eine Auszeichnung für Mitarbeiter, die vielfach bis am Limit arbeiten.

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Ein Projekt, das beim Wettbewerb ausgezeichnet wurde, ist die Unterstützung der ärztlichen Mitarbeiter aus der Klinik für Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin. Deren Chefarzt Professor Dr. Boris Paffenbach weiß, wie belastend der tägliche Umgang mit Krebspatienten für die Mitarbeiter ist. Während es für Patienten und Pflegepersonal bereits psychoonkologische Unterstützung gibt, sollen solche Hilfen nun auch dem ärztlichen Personal angeboten werden — mit Hilfe des Fördervereins. Der gibt 1000 Euro für eine Schulung, die der Psychosoziale Trägerverein übernehmen wird. "Wir haben im Jahr über 1500 stationäre Krebspatienten und mehr als 2000 ambulante Chemotherapien", sagt Boris Pfaffenbach, "dabei lernen wir die Patienten näher kennen, sehen sie häufig und sehen manche von ihnen auch sterben." Aus den Reihen des ärztlichen Personals sei schon häufig die Frage nach psychologischer Begleitung gekommen. Daher freue sich die Klinik sehr über die Unterstützung von 1000 Euro, die der Förderverein für das Projekt bereitstellt.

Ebenfalls 1000 Euro gibt es für das "Elternnetzwerk Klinikum", das zum Beispiel verlässliche Brückentagsbetreuung für Kinder von Mitarbeitern sicherstellt. Wie Dorothea Grabe, Gleichstellungsbeauftragte im Klinikum, erläuterte, kann von dem Geld Spiel- und Bastelmaterial angeschafft oder ein Ausflug finanziert werden. Für die Kinderbetreuung gibt es zwei qualifizierte Tagesmütter, die auch einmal pro Woche eine Spielgruppe anbieten.

Ganz anders die prämierte Aktion, für die Betriebsärztin Dr. Stefanie Binus-Gifhorn verantwortlich ist. Ihr Projekt "Erste Hilfe — wir sind nicht zu klein", wendet sich an Grundschulkinder, denen spielerisch Helfen beigebracht wird. Im offenen Ganztag der Grundschule Meigen unterrichtet die Ärztin. "Wir üben, kleine Wunden zu verbinden, die stabile Seitenlage oder Insektenstiche zu versorgen, und am Ende steht ein Besuch in der Notfallambulanz im Klinikum", sagt die Medizinerin, die für ihr Projekt 500 Euro bekommt. Geld, das für eine weitere AG an der Schule verwendet werden kann.

Fördervereinsvorsitzender Kai Sturmfels ist angesichts der vielen kreativen Hilfsprojekte sicher: "Das schreit förmlich nach einer Fortsetzung."

(RP)