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Umfrage: Das Jahr 2014 - sieben persönliche Rückblicke

Umfrage : Das Jahr 2014 - sieben persönliche Rückblicke

Die Kommunalwahl hat das Jahr von Tim Kurzbach und Ursula Linda Zarniko geprägt. Für Amina Sherif ging es mit einem Triumph zu Ende.

Das Jahr 2014 schließt Ursula Linda Zarniko mit einem positiven Gefühl ab. Dabei hat es sich für die Fraktionssprecherin der Grünen wie für alle in den neuen Stadtrat gewählten Lokalpolitiker arbeitsintensiv gestaltet. "Natürlich war das Jahr mit dem Wahlkampf, den Entwicklungen in den Ausschüssen und den Haushaltsberatungen sehr stark politisch geprägt." Der hohe Zeitaufwand habe sie jedoch nicht belastet, weil sie im privaten Umfeld von allen Seiten Unterstützung erhalten habe. "Ich hoffe, 2015 bleibt genauso spannend."

In den letzten Tagen des alten Jahres gibt sich Tim Kurzbach nachdenklich, "wenn man sieht, wie leicht die Welt in die Krise und ein sicheres Wertesystem gestürzt werden kann". Abseits des Weltgeschehens blickt der SPD-Politiker und Oberbürgermeister-Kandidat in erster Linie auf zwei Ereignisse zurück, die er als Höhepunkte bezeichnet. Natürlich sind es die Kommunalwahlen, bei denen seine Partei einen Zuwachs von sechs Prozent verzeichnet habe. Und da wäre der Zöppkesmarkt, den Kurzbach mit Falk Dornseifer federführend organisiert: "Super Stimmung und Traumwetter - besser hätte es nicht laufen können." Die Einträge in seinem Terminkalender 2014 machen ihm deutlich, dass er im kommenden Jahr etwas ändern muss: "Ich werde die 24 Stunden meines Tages umstrukturieren und mir mehr Zeit für Persönliches nehmen."

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Für Amina Sherif endete das Jahr mit einem Paukenschlag: Bei der afrikanischen U 18-Schachmeisterschaft in Tunesien holte die 15-Jährige mit ägyptischem Pass den Titel. "Das war eine ziemlich schöne Überraschung", kommentiert sie den Erfolg bescheiden. Dabei war sie im vergangenen Jahr bereits Vize-Meisterin geworden. Erfolgreich verlief ihr Sportjahr auch auf nationaler Ebene: Bei den Deutschen U 18-Meisterschaften heimste die Spielerin der SG Solingen den dritten Platz ein. "Zwischenzeitlich stand ich dabei sogar noch besser", erzählt Sherif. Besondere Vorsätze für das Jahr habe sie eigentlich nicht gehabt, verrät Amina Sherif, die auch dem kommenden Jahr entspannt entgegen sieht. Nach ihrem Abitur, das allerdings erst 2016 ansteht, strebt sie ein Wirtschaftsstudium mit Auslandsaufenthalt an.

Eine positive Bilanz zieht auch Andreas Heibach, Inhaber des Walder Stadtsaals: "Die Entwicklung ist gut". Ohne fremdes Geld seien die Renovierungsarbeiten am ehemals städtischen Saal zügig vorangekommen. "Wichtig ist dabei, dass alles mit Spaß und ohne großen Stress abläuft", sagt der 47-Jährige und fügt hinzu: "Wenn man älter wird, regt man sich über vieles nicht mehr so auf." Auch über den guten Start der neuen Betreiber des Al B'Andy freut sich Heibach. Die Gaststätte, die er als sein "Baby" bezeichnet, hatte der Gastronom Ende 2013 zugunsten der Tätigkeit im Walder Stadtsaal nach mehr als 20 Jahren verpachtet. 2015 wolle er die neue Küche im Stadtsaal fertigstellen, um dann bis zu 600 Gäste bekochen zu können, verrät Heibach. Im neuen Jahr freut er sich auf die Gründung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) im Stadtteil und weitere Aktivitäten zur Belebung des Walder Stadtparks.

Ziemlich bescheiden begann für Christian Gosmann das Jahr 2014. Weil der Volleyball-Erstligist RWE Volleys Bottrop Insolvenz anmelden musste, war er zu einem Vereinswechsel gezwungen. Bei seinem neuen Club, den Solingen Volleys, stoppte den Diagonalangreifer dann zunächst auch noch ein Fingerbruch. "Hinten raus passte aber alles", sagt der 22-Jährige zufrieden. "Ich habe gute Beachturniere gespielt und mich in Solingen gut eingefunden." Seine Ziele für 2015: Mit den Volleys Zweitliga-Meister werden und mit Benjamin Nibbrig (Schüttorf) die Deutsche Beachvolleyball-Meisterschaft erreichen. Und ab dem Sommer möchte der Sportstudent seine Bachelorarbeit in Angriff nehmen.

Vorsätze nimmt sich Joachim Junker prinzipiell nicht vor: "Man versucht ja ohnehin, das Bestmögliche zu tun", sagt der 61-Jährige. Im Hinblick auf seine große Leidenschaft, den Karneval, sei 2014 ein sehr gutes Jahr gewesen. "Schließlich haben wir nach den Irritationen des Vorjahres wieder eine gut funktionierende Zusammenarbeit mit der Stadt erreicht", sagt der Vorsitzende des Festausschusses Solinger Karneval und spielt damit auf den Streit über die Sicherheit zwischen Verwaltung und Organisatoren nach dem Rosenmontagszug 2013 an. "Wir blicken auf eine erfolgreiche Session zurück, in der es gelungen ist, das Kulturgut zu stärken." Die wichtigste Nachricht des Jahres aber sei ohnehin das Ausbleiben privater Hiobsbotschaften und gesundheitlicher Probleme gewesen. Das wünsche er sich auch für 2015: "Außerdem erhoffe ich mir für die Stadt eine positive Entwicklung und noch mehr Engagement für die Gemeinschaft."

Ralf Lindl freut sich über ein gutes Geschäftsjahr im Oktober 2013 eröffneten Hofgarten. "Sowohl Umsätze als auch Kundenfrequenzen haben sich sehr gut entwickelt", sagt der Manager des Einkaufszentrums in der Solinger Innenstadt. Vor allem die vorweihnachtliche Kauflaune habe noch einmal mehr Kunden angelockt als im Vorjahr. Den Hofgarten will der Centermanager als "starken Partner und Teil der Stadt Solingen" verstanden wissen: "Das haben wir mit vielen Aktionen erreicht - wie der Woche der Wiederbelebung oder dem Empfang des Fußball-Weltmeisters und gebürtigen Solingers Christoph Kramer." Erfreulich sei auch, dass man mittlerweile die Bürgersprechstunde von Polizei und Ordnungsamt im Hofgarten Solingen habe etablieren können, betont Lindl und sagt im Hinblick auf die nächsten zwölf Monate: "Wir sind auf dem richtigen Weg und werden diesen im nächsten Jahr konsequent weiter verfolgen."

(RP)