Aktion Wunschzettel: Das Geheimnis von Weihnachten

Aktion Wunschzettel: Das Geheimnis von Weihnachten

Zum zehnten Mal hat die Solinger Tafel mit der Aktion Wunschzettel dafür gesorgt, dass bedürftige Kinder ein Weihnachtsgeschenk bekommen. Oberbürgermeister Tim Kurzbach betonte, dass es nicht nur um die Präsente, sondern um den Gedanken gehe.

Seit zehn Jahren gibt es die Aktion Wunschzettel. Doch auch zehn Jahre Erfahrung sind kein Garant dafür, dass immer alles glattgeht. Gegen 13 Uhr am Tag der großen Bescherung steht Isolde Wunderlich, Ehrenamtliche bei der Solinger Tafel, im Großen Konzertsaal des Theaters und Konzerthauses. Seit einer Stunde ist sie vor Ort, aber sie muss warten. Denn die Geschenke fehlen noch. Ein Fahrer der Tafel soll den Wagen zur Konrad-Adenauer-Straße fahren, aber er ist noch nicht da - und mit ihm fehlen 470 Präsente.

Die Eltern der knapp zweijährige Rant freuten sich mit ihrer Tochter über ein Kinderklavier. Foto: Köhlen Stephan

Bedürftige Kinder, deren Eltern bei der Tafel registriert sind, konnten vorab einen Wunschzettel ausfüllen. Privatpersonen, Vereine und Firmen haben diese Wünsche dann erfüllt. Alle Kinder kommen am Donnerstagabend mit ihren Eltern zu der großen Bescherung, um ihre Weihnachtsüberraschungen abzuholen. Kooperationspartner der Tafel war erstmals nicht mehr die Solinger Morgenpost, die bei der Dekoration unterstützte, sondern die Stadt Solingen. Oberbürgermeister Tim Kurzbach ist neuer Schirmherr.

Der Jugendchor "The Voices" stimmte mit Weihnachtsliedern auf die Bescherung ein. Foto: Köhlen Stephan

Heike Diekel und Gundi Hügeldorn gehören zu den 20 Ehrenamtlichen, die bei der Bescherung mithelfen. Beide sind bei der Stadt beschäftigt und haben die Aktion erstmals im Rathaus koordiniert. "Die Ausgabe der Wunschzettel und die Annahme der Geschenke hat reibungslos funktioniert", sagt Diekel. Vom Rathaus haben die Tafelmitarbeiter die Geschenke abgeholt und in ein Lager gebracht. "Es haben auch viele städtische Mitarbeiter mitgemacht und Wünsche erfüllt."

Oberbürgermeister Tim Kurzbach hatte die Schirmherrschaft der Aktion Wunschzettel übernommen. Die Morgenpost unterstützte bei der Deko. Foto: Köhlen Stephan

Iris Michelmann packt seit der ersten Aktion Wunschzettel vor zehn Jahren mit an. "Eigentlich hat sich in der Zeit nichts geändert", sagt die engagierte Helferin. "Das Chaos ist immer dasselbe. Ohne würde etwas fehlen."

Der Fahrer mit den Geschenken kommt rechtzeitig, um 16 Uhr ist alles aufgebaut. Isolde Wunderlich und die anderen Helfer haben die verpackten Präsente nach ihren Nummern auf den langen Tischreihen gestapelt. Immer wieder kommt es vor, dass einzelne Geschenke mit falscher oder ganz ohne Nummer bei der Bescherung landen. Dann versuchen die Ehrenamtlichen herauszufinden, zu welchem Kind das Geschenk gehört.

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Dass alle 470 Päckchen an diesem Tag auf den Tischen liegen, ist den Spendern aus Solingen zu verdanken. Hunderte Privatleute haben einen oder mehrere Wünsche erfüllt. Auch viele Unternehmen und Organisationen haben wieder Wunschzettel übernommen. Unter anderen hat sich das Friedrich-List-Berufskolleg beteiligt, ebenso wie das Unternehmen GE Healthcare, die Belegschaft des Klingenherstellers Lutz Blades, die Gemeinschaftspraxis Hassels an der Vereinsstraße und die Einsatzplanung sowie der Rettungsdienst der Feuerwehr.

Schon eine Stunde vor Beginn füllt sich langsam der Saal. Mit der Stadt als neuem Kooperationspartner hat sich auch das Programm der Bescherung geändert. Rita Thomas, frühere Lehrerin und didaktische Leiterin der Walder Theatertage, führt statt einem Weihnachtsmann durch die Veranstaltung.

Auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach begrüßt die Kinder und ihre Familien. Mit einem "pssst !" bringt er die aufgeregten Kinder zur Ruhe. "Das ist ein besonderer Moment, denn ein Geheimnis von Weihnachten wird schon vorweggenommen", sagt Kurzbach in das Mikrofon. Er sei überrascht gewesen, wie schnell die Wunschzettel vergriffen waren. "Daran merkt man: Es geht heute nicht nur um Geschenke, sondern um den Gedanken, auch Fremden eine Freude zu machen. Das ist das Geheimnis von Weihnachten."

Erstmals tritt auch der Jugendchor "The Voices" unter Leitung von Jörg Harriers auf. Begleitet von Gitarre und Cajon bringen die 20 Jugendlichen Weihnachtslieder auf die Bühne. Auf "Fröhliche Weihnacht überall" und "In der Weihnachtsbäckerei" folgen Stücke über Knecht Ruprecht, Hänsel und Gretel und der Klassiker "Stern über Bethlehem". Dann ist endlich Zeit, dass jedes Kind sein Geschenk bekommt.

(veke)